Mit ‘Nietzsche’ getaggte Artikel

Von der “Kleinen Form”

Sonntag, 26. September 2010

Lichtenberg suchte und fand, Nietzsche zeigte und forderte: den Aphorismus als Ausdruck der Fröhlichen Wissenschaft.

Fundsache zum Nichtphilosophen N.

Freitag, 27. August 2010

In seinem Nachwort zu meiner Zarathustra-Ausgabe schreibt Giorgio Colli: “Dieses Buch scheint daher dem Bereich der archaischen Ausdrucksformen zu entstammen, und es lässt sich nur schwer als philosophisches Werk bezeichnen. Eine Philosophie besteht in der Regel aus Manipulation von Begriffen, welche der Ausdruck von sinnlich wahrnehmbaren Objekten sind, während hier Bilder und Begriffe weder Begriffe noch konkrete Dinge ausdrücken; sie sind Symbole für etwas, das kein Antlitz hat, sie sind keimende Ausdrucksformen.”

Nun, da haben wir’s, und falsch, Signore Colli: Wenn Philosophie aus Manipulation von Begriffen besteht, so lässt sich Nietzsche im Zarathustra nun wahrlich nicht lumpen; (weiterlesen…)

Der Große Unsystematiker

Donnerstag, 26. August 2010

Kürzlich hörte ich es wieder, das “Argument”, Nietzsche sei gar kein richtiger Philosoph gewesen, wie ein Kant, Hegel oder Schopenhauer, denn er habe ja kein in sich geschlossenes Gedankengebäude, kein echtes System vorgelegt.

Oh ihr Schafsnarren, ihr Dreimaltoren! (weiterlesen…)

Nietzsches Metrik

Donnerstag, 26. August 2010

Gestern Nachmittag las ich ein wenig in Nietzsches Zarathustra herum, und wieder fiel mir die einzigartige sprachliche Rhythmik auf, die einen da umfängt.

Sicher: Hier herrscht kein einfaches, klassisches Silben-, Hebungs- und Senkungsschema; doch ich bin davon überzeugt, dass hier wiederkehrende, gleichwohl komplexe Zahlenverhältnisse, gerade was die Verteilung stark- und schwachtoniger Silben anlangt, vorliegen.

Wer etwas vom Programmieren versteht und Interesse an der Materie hat, den lade ich hiermit ernstlich ein, sich zwecks gemeinsamer Forschung in diese Richtung bei mir zu melden.

Während klassische italienische Renaissancedichter, Dante, Petrarca, Boccaccio (weiterlesen…)

Kein Zarathustra-Kult in Sils

Mittwoch, 25. August 2010

Gestern also besuchte ich die Wirkstätte Friedrich Nietzsches in Sils-Maria: und will zunächst nur wenige Worte dazu verlieren, da ich vorort ein paar kleine Filmchen gedreht habe, wenn heile geblieben, bald hier aufzurufen, die eine Vorstellung von jenem merkwürdigen Winkel vermitteln, ein paar eigene Betrachtungen eingeschlossen.

Ja, es liegt in einem Winkel, hinten direkt am Tannhang zwischen einem alten landwirtschaftlichen Gebäude und einem edlen Hotel, stehet da, ein Häuschen eher, für sich selbst, als wären fünf Vierteljahrhunderte stillgestanden.

Kein einziger Souvenirverkäufer, kein Zarathustra-Kiosk, keine betenden Erweckten in wallenden Gewändern, kein einsamer Musikant, nicht Terrorist noch Polizist, keine Spendenbüchse, kein Altar zum Knien, kein Blinder noch Lahmer: (weiterlesen…)

Auf nach Sils

Samstag, 21. August 2010

Morgen also auf ins Oberengadin, nach Sils-Maria und Umgebung, dahin, wo die Idee des Zarathustra Nietzsche wie ein Blitz traf.

Ob es dort außer den Schönen und Reichen aus St. Moritz und einigen Bergwanderern gar auch ein paar echte Nietzsche-Rumpelbolde zu bestaunen geben wird, neben meiner fragwürdigen Wanderdichtererscheinung? (weiterlesen…)

Viele Sachen zu machen

Mittwoch, 18. August 2010

Die Arbeiten an einem Dreiteiler, in dem die Klarnamendebatte noch einmal andersherum erweitert wird, an einer Kafka-Betrachtung sowie der technischen und konzeptionellen Vorbereitung einer Nietzsche-Exkursion haben diese Seite leider für ein paar Tage verwaisen lassen.

Das sollte sich bis spätestens Samstag Abend ändern.

Mit der Bitte um Verständnis,

Ihr/Euer Magnus Wolf Göller

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Zur Überbrückung einen kleinen Aphorismus:

Hätte er geschrieben, so hätten sie nicht gedacht, sondern gelesen; hätte er nicht geschrieben, hätten sie auch nicht gedacht, anstatt zu lesen. Betrifft niemanden, der dies liest und begreift.

Zwei an der Klatsche

Montag, 12. Juli 2010

“Nicht ist es mein Loos, Fliegenwedel zu sein.”

Dieses Zitat aus Nietzsches Zarathustra dürfte mir (einschließlich des doppelten “o”) richtig im Gedächtnis haften geblieben sein.

Aber die Fliegenklatsche – mein Sohn besorgt gerade eine zweite solche – liegt bei 35 Grad und 95% Luftfeuchtigkeit inzwischen neben der Tastatur, und ich betätige mich als Mörder wider all dies nervige Gekrabbel, wie als ob ich einer Fabel Wilhelm Buschs entsprungen wäre.

Manchmal wünschte man sich selbst in diesen postmodernsten Zeiten noch einen anständigen Diener sowie eine Kaltmamsell, die neben der Betreuung von Lachs, Forellencreme, Salat und Braten auch mal diskret zur Patsche griffe, den Hausherrn zu entlasten.

Bingo!

Eben waren es immerhin Zweie auf einen Streich.

Drecksgesindel.

Neuer Adel

Mittwoch, 09. Juni 2010

Der Neue Adel, den Nietzsche forderte, den bezeichnet, wohin er geht, anstatt woher er kommt, gewinnt jetzt die Oberhand.

Aphorismen 117

Sonntag, 09. Mai 2010

L e s t Nietzsche! – und Ihr könnt Euch von allen “Ismen” befreien.

Nietzsche

Samstag, 08. Mai 2010

Nietzsche forderte einen Neuen Menschen, der zu Höherem gelangt, indem er alten, vermeintlichen Wahrheiten entsagt, als ein Wanderer, der sich nicht schont, der Welt die Schönheit gibt, auch derjenigen, die sie nicht erkennen will.
Nietzsche vor den Karren des Liberalismus/Kapitalismus spannen zu wollen, ist in etwa so, als versuchte ein Sumpfmolch den Leitelefanten am Rüssel ins Wasserloch zu ziehen, um ihn daselbst unter Beifall der Algen zu verspeisen.

Aphorismen 103

Mittwoch, 14. April 2010

Wenn Nietzsches Zarathustra in einen Rizinussamen passte, wäre die Verdauung der ganzen Welt in Ordnung.

Nietzsche

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Nietzsche machte sich vor allem keine Illusionen.

Er wusste zu lachen, selbst und gerade erst recht da, wo ihn alle für verrückt hielten.

Er sagte: “Jedes Recht ist ein Vorrecht”.

Als Kärrner

Donnerstag, 03. Dezember 2009

Manchmal versuche ich nur, Lichtenberg aus dem achtzehnten und Nietzsche aus dem neunzehnten in unser einundzwanzigstes Jahrhundert zu übertragen.

Patrix

Montag, 23. November 2009

Es gibt ein paar Menschen, die aus dem, was anlässlich des Idiotenfilms (wieso ich diesen so benenne, ein andermal) “die Matrix” genannt wird, deutlich ausgebrochen sind.

Als vorsichtiger Geist sehe ich mich selbst da mal nur für Dreiviertel des Weges bisher gut: aber immerhin.

Um das (vermeintliche) restliche Viertel zurückzulegen, verordne ich mir, soweit ich dazu komme, jetzt wiederholenden autodidaktischen Lateinunterricht, nebst anderem; Schärfung der sprachlichen Erkenntnisfähigkeit ist der Trumpf der Trümpfe.

Die Agenten “Smith” dieser Welt werden nicht durch metakarateske Akrobatik gepaart mit esoterischen Konzentrationsgrotesken erledigt.

Gegen solche hilft schlicht schnöde Logik: Griechisch “Logos” bedeutet Wort, Sinn, Zahl, Lehre, Kunde.

Den gefühligeren unter meinen Lesern, die solches ernstnehmen mögen und jetzt nicht gähnend weiterblättern, füge ich gerne hinzu, dass jeweils ein Schuss Intuition nicht schaden mag.

Wer dafür indes gen Osten blickt, dem bekenne ich freimütig, dass Konfuzius mir, obschon nur unzureichend studiert, dazu mehr gibt als Reinkarnationslehren oder gar die abrahamitische “Matrix”.

Ansonsten empfehle ich außer Cervantes noch immer die Gebrüder Grimm und Friedrich Nietzsche.

Nietzsche und ich

Sonntag, 29. März 2009

Mir wurde die Meinung zugetragen, ich verkörpere hier den Neo-Nietzscheaner als ein ihm entsprechender Nihilist. Darauf gehe ich gerne ein.

Erstens bin ich nicht Neo sondern 45. Zweitens gilt für mich Miguel de Cervantes Saavedra als Literat ebensoviel wie Friedrich Nietzsche. Drittens und eigentlich erstens gibt es keinen dümmeren Anwurf als den, Nietzsche des Nihilismus zu zeihen.

Nietzsche zum Nichts-Woller machen zu trachten, zeugt bestenfalls von Lesunfähigkeit (weiterlesen…)

“Der Schaden der Guten ist der schädlichste Schaden”

Montag, 23. Februar 2009

Also sprach Zarathustra – Friedrich Nietzsche. Diesen Spruch habe ich jetzt erst – ich hoffe wenigstens zur Hälfte – angesichts der Finanzkrise begriffen.

“Think positive” – denke gut, war die Basis des gesamten Pyramidenspiels, welches uns jetzt im Ergebnis in den wirtschaftlichen Niedergang reißt. Der Teufel höchstselbst hat den Optimismus erfunden, die darob gestrauchelten, gefallenen Seelen umso leichter abzuholen. Der Optimist ist der Steigbügelhalter jeder noch so perversen Macht, der Opportunist, der Illusionist, der willige Mitläufer. Die kleine Seele, die vor dem Abgrunde treibend noch die kleinste Klippe freudig herankommen sieht.

“Ich denke grundsätzlich erst einmal positiv” – sagte mir eine Mutter dreier Kinder, als ich sie auf die Finanzkrise und mögliche Folgen derer ansprach. Wahrscheinlich denkt solch ein Hühnchen noch positiv, wenn der Hunger bereits als Dauergast ins Haus gezogen ist. Oder, dann, auf einmal, fühlt sich Hühnchen von allen Seiten verraten, wenn kein positives Denken mehr gegen leere Mägen hilft. Dies sind die Puppen. Solchen Leuten dreht man Kredite an bis zur Restsubstanz. Die Optimisten bilden das Anzuchtbeet für die Geldbetrüger. Deshalb wird deren Denken uns als vorbildlich in Werbung und Medien dargebracht. Optimisten sind Mist. Die meisten Psychotherapeuten sind also auch Mist. (weiterlesen…)

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