Mit ‘Dichter’ getaggte Artikel

Hammelburg opfert seinen Oberschafsstall

Freitag, 13. Januar 2012

Die kommende Woche birgt für Hammelburg ein tragisches Ereignis und ein Stück weit gleichzeitig auch für mich.

Denn die Schafgasse 1, die edelste Adresse, die ein Nietzscheaner nur je sein Eigen nennen konnte, wird einem japanischen Bagger zum Opfer fallen, dem Erdboden gleichgemacht werden, um darauf schnöde Parkplätze zu errichten.

Zugegeben, das Hexenmeisterhäusle war so schon etwas runtergekommen; primitive Holzheizung, mangelnde Dachisolation, alte Ziegel, Kellertreppe ziemlich mitgenommen, Dachrinnen, die wohl nicht nur in Mailand oder Paris so leicht keinen Schönheitswettbewerb mehr gewonnen hätten, naja, lassen wir das, alles wäre zu richten gewesen…

Obschon ich aber, wie treue Leser längst wissen, dieses gleichwohl vornehmste aller Hammelburger Domizile vor gut einem Jahr gen Stuttgart verlassen habe, wird das Motto dieser Seite “Neues aus Hammelburg” weiterhin nicht aufgegeben werden, denn, my home is my castle, also, wo immer ich lebe, steht meine Burg, und allzusehr weniger hammelicht als früher bin ich unter Schwaben auch nicht denn unter Franken.

Außerdem bin ich ein ziemlich sentimentaler Typ, der unter anderem nicht so leicht vergisst, (weiterlesen…)

Spottes Tod

Sonntag, 02. Oktober 2011

Man spottet der Dichter oft bis zum Ende. Dann aber bleiben deren Worte, und der Man sagt nichts mehr.

Dichters Freud

Montag, 12. September 2011

Die andern betteln.

So ist das

Dienstag, 17. Mai 2011

Dichter ist kein Beruf. Der Dichter ruft selbst.

Dichters Leid

Montag, 16. Mai 2011

Manchmal ist es für den Geschichtenerzähler durchaus ärgerlich, dass er eine köstliche, wahre Geschichte nicht erzählen kann, weil diese selbst bei Anonymisierung des Hauptprotagonisten auf diesen zurückgeführt werden könnte, da sie eben auch nur unter Beteiligung des Narrators richtig wirken kann.

Eine wahre Geschichte ist nunmal oft lustiger, als eine künstlich ins Fiktive tansponierte, da mag man sich anstrengen, wie man will. (weiterlesen…)

Von der Dichter Macht

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Im Grunde sind die Dichter eben doch Tagdiebe. Zuerst auf Kosten aller studieret und gelernet, um hernach gerade für ein Gnadenbrot gut zu sein oder den Kerker oder das Schafott, wenn nicht dem Könige zu willen.

Solche Gesellen einer sinnreichen Tätigkeit zuzuführen, wird seit Jahrtausenden versucht; und doch kommt entweder Unfug oder schmeichlerischer Flachsinn heraus, oder eben genau das, was die Jugend verdirbt, den Sklaven frech macht, die Weiber brünstig, die Junker zu schlaff zum Kriege, den guten Geldmann unmöglich, den Bauern selbstbewusst, den Handwerker aufsässig, den Beamten nachdenklich, den Henker zögerlich, den Bettelmann zweiflig, den Dieb unlustig, den Kaiser trunken.

Die Macht des Dichters ist die größte der Welt: Nur er vermag über Jahrtausende zu wirken.

Dafür wird er von allen gefürchtet, beneidet, gehasst, bewundert und geliebt.

Machtverhältnisse

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Der Plutokrat ist es nicht einmal wert, dem Dichter die Schuhe zu binden.

Wünschen II

Freitag, 17. April 2009

Gestern Abend habe ich mir gewünscht, heute Morgen ohne Kater aufzuwachen.

Stellen Sie sich vor, ab jetzt glaube ich an die Kraft des Wünschens, denn es hat wundersamerweise auf Anhieb geklappt.

Und dies obwohl ich, um das Universum einmal ernsthaft und gründlich auf seine Großzügigkeit hin zu testen, deutlich mehr als die übliche halbe Flasche 2005er Chateau Margaux in mich eingoss, und dies vom billigsten Aldi-Stengelheimer, damit im Erfolgsfalle keinerlei Zweifel aufkämen.

Nun frage ich mich, was man überhaupt gegen die eigene Gesundheit ausrichten kann, wenn man sich gesund wünscht (weiterlesen…)

Wünschen statt Beten

Donnerstag, 16. April 2009

Offenkundig habe ich bis vor kurzem übersehen, welche Dimension die “Wunschbewegung” angenommen hat. Bis ich einen “Beseelten” traf, den ich schon länger kenne, aber nicht mehr so oft sehe.

Er stieß mich nicht nur darauf, wie viele Leute heute wünschen statt wie früher üblich zu beten, sondern auf mehr.

Die Tatsache, dass in meinem Leben nicht alles glatt gelaufen ist, kann nur daraus zu erklären sein – er sagte es nicht, ich folgere so – , dass ich bisher ein zu schlechter Wünscher war.

Da fühle ich mich natürlich gleich nicht so gut, oder, wie man heute sagt, suboptimal.

Jetzt aber kann ich mit dem Wünschen ja so richtig anfangen, dies zu tilgen und alles zu bekommen.

Keine Sorge, ich wünsche nicht, Bundeskanzlerin zu werden oder einen bestimmten Weinkeller in meinen Besitz, ich wünsche mir nur, die Gunst eines Supermodels zu erwerben.

Dummerweise sagt mir mein Verstand, dass dieser hehre Wunsch auch anderen Zeitgenossen eignet, ich mit diesen beim Wünschen also genauso in zwangsläufige Konkurrenz trete wie bei anderen banalen Wünschen, die sich auf knappe Güter beziehen (weiterlesen…)