Von der Armen Astralen Projektion

Inzwischen ist mir klargeworden, dass ich lediglich eine astrale Projektion bin.

Wie ich das endlich gemerkt habe?

Ich stellte plötzlich fest, dass mein Körper nur eine Einbildung war.

In Wirklichkeit gab es ihn nur in meiner Vorstellung: Hände, Hirn, Arsch, Haxen, das ganze Geraffel.

Jetzt weiß ich allerdings immer noch nicht, wie ihn endlich loswerde.

Dauernd quält er mich damit, dass er essen will, zumal trinken (noch öfter), aufs Klo, manchmal sogar schreiben.

Der Kerl nervt gewaltig.

Dass man als völlig sittenreine, anständige astrale Projektion an so ein schwitzendes, profanes, dreidimensionales Teil angekettet ist wie der Tanzbär in der Pause, das ist wirklich nicht fair.

Eine derartige Form der Diskriminierung und Unterwerfung hätte ich früher für vom Kosmos strengst untersagt gehalten.

Und vom Demiurgen sowieso nicht eingeplant.

Geschweige denn vom Herrgott selber.

Dem ich deshalb inzwischen auch nicht mehr traue.

Wenn er seinen eigenen Sohn ans Kreuz nageln lässt, nun gut, seine Sache, aber mich an diesen Schandbuben da unten anbinden?!

Warum macht er das mit mir?

Ich habe noch nicht einmal die Möglichkeit, diesen ätzenden Typen zu erschlagen, erdolchen, ersäufen oder erschießen, weil ich schlicht nicht runter in seine abartige Dimension kann.

Es hilft mir auch niemand.

Die anderen astralen Projektionen, die ich inzwischen kennengelernt habe, wissen auch keinen Rat.

Sie haben mir sogar gesagt, dass man nach aller Erfahrung selber oft existenzverlustig gehe, wenn das eigene Ekelpaket abkratzt.

Bei dem bestünde sogar die Möglichkeit, dass es frech reinkarniert, man selber aber nicht mit.

Ich drehe noch durch.

Da unten sitzt er, frisst seine gebratenen Nudeln mit Pferdswurst, säuft Wein dazu und lacht sich dabei noch einen Ast.

Vielleicht mache ich mich sogar in ihn zurück, damit ich das nicht mehr mit angucken und ständig ertragen muss.

Glaubt mir, ich bin so gut wie am Ende.

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2 Antworten zu “Von der Armen Astralen Projektion”

  1. Dude sagt:

    Wie ich bereits sagte: Alles ne Frage des Glaubens. ;) Oder wenn dir das lieber ist: Alles ne Frage der Perspektive… Schaust du dich aus ner materiellen Warte heraus, oder aus einer die jenseits von Stofflichkeit oder der Illusion eines Zeitflusses ist?

    Also ich glaube, wenn du das verstehen möchtest, wird dir klar, dass du eben nicht am Ende bist, sondern erst anfängst. Aber das glaube ich natürlich nur :-)

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Die Glauberei an die Glauberei…

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