Vom positiv traumatisierten Menschen V

Wie nun gelingt es Don Quijote, den verfluchten „Einsingern“ Paroli zu bieten, langfristig gar mehr als das?

Nun, er zaubert schlicht und ergreifend eine eigene, seine eigene zauberhafte Welt herbei, an deren Narretei sich alsbald ganz Spanien deromaßen ergetzt, dass sie eben dadurch ins Sein springt, sich schließlich der Erzherzog höchstselbst anschickt (den König konnte Cervantes hierfür nicht ansetzen; das wäre nicht nur nicht durch die Zensur gegangen, sondern hätte ihn leicht seinen Kopf kosten können; und wie leicht das geht, hatte er schon als junger Kriegsgefangener beim Tyrannen von Algier sattsam gerlernt), ihm seine Welt zu realisieren, um sich an dem faszinierenden Duo noch umso mehr delektieren zu können.

Die sogenannte Deutsche Nationaldichtung, Goethes Faust, verblasst, das sei hier angemerkt, verglichen mit der Spanischen bis zur Unerheblichkeit, wenn nicht Lächerlichkeit, denn sie lässt uns, neben der wohlfeilen Warnung vor der (schwarzen) Magie, indem sie uns mittels des „ewig Weiblichen“ zum Schlusse in schwülstigen Worten „hinanzieht“, ratlos zurück (Goethe allerdings war Freimaurer, was diesbezüglich vielleicht nicht alles erklärt, aber sicherlich eine Menge; man denke nur an die durchgängige Rechtfertigung hinterfotzigster, übelster seelischer und geistiger Manipulation sowie geheimer Totalüberwachung im „Wilhelm Meister“.).

Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ allerdings leuchtet als ein eigener Stern.

Fassen wir zusammen: Vor niemandem fürchten sich die „verfluchten Zauberer“ mehr, als vor dem positiv traumatisierten Menschen, vor ihm stehen sie wie der berühmte Ochs vorm Berge, er ist ihr inkarnierter Alptraum.

Schließlich noch einmal zu der sehr merkwürdigen Adjektiv-Substantiv-Kombination, den „malditos encantadores“, wörtlich den „schlechtgesagten Einsingern“.

Haben sich die Einsinger, die Zauberer, etwa selbst in ihren Lügengesängen „schlechtgesagt“, alsomit verflucht?

Spiegeln sich nicht etwa ihre ständigen Flüche, ihre Schwarzen Schwüre, die sie über die Menschen bringen, auf sie selbst zurück?

So, dass ein Don Quijote, ein positiv traumatisierter Mensch, eine Art Katalysator darstellt, der deren aufgestautes Fluchpotential sich auf sie zurückentladen lässt?

Anders ausgedrückt: in diesem Sinne eine Art magischer Spiegel?

Aber der positiv traumatisierte Mensch ist eben nicht nur das, sondern er ist auch ein Erbauer, er ist nicht nur ein Ausgleich herstellender Antipode.

Er ist ein Schaffender.

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36 Antworten zu “Vom positiv traumatisierten Menschen V”

  1. Sil sagt:

    “Er ist ein Schaffender.”

    Wäre dann und nur mal so nebenbei eingeworfen, ein Schöpfergott, vielleicht selbst ein positiv traumatisiertes ‘Wesen’, welches das Böse in dieser Schöpfung hier eventuell nur dazu freigesetzt hat, um aus den von ihm erschaffenen Menschen und über den Weg der sich weiterentwicklenden positiven Traumatisierung so eine Art Superrasse zu züchten, die es zuletzt sogar mit ihm selbst aufnehmen könnte?

    Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass es einem ‘Superwesen’ wie es ein Schöpfergott sein muss, irgendwann zu öde wird, immer nur alles alleine auf die Beine stellen zu müssen. Von seinen Boten jetzt einmal abgesehen. Und wirkt ein übermäßig positiv traumatisierter Mensch auf geistiger Ebene nicht schon selbst als ein wenig göttlich?

    Wenn ein Schöpfergott viel anders denken würde, wie ich eben schrieb, warum hat er dann nicht nur Tiere bzw. Bakterien erschaffen, die sich selbst genügen? Etwas an Intelligenz sollen Bakterien schließlich auch besitzen, wie ich vor kurzem erfahren habe. Sie sollen sogar mehrheitlich Abstimmungsfähig sein, was dann insgesamt von allen in Angriff genommen werden soll. Auch wenn es nur das gemeinschaftliche (Er)leuchten unter Wasser, durch Erzeugung einer phosphoreszierenden Substanz in einer Dunkelzone ist.
    Was anderes ist denn unsere momentane Welt, als eine von der Liebe und dem Licht fast verlassene Dunkelzone?

    Bis dann, LG Sil

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Sil

    Du drehst ja ganz schön auf…

    Origineller und spannender Ansatz jedenfalls!

    Interessierte mich mal, was Tosco dazu zu sagen hätte.

  3. Sil sagt:

    @ Magnus

    Danke für das Lob!

    Ja, es interessiert mich auch, was Tosco dazu zu sagen hätte.

    Und so weit hergeholt ist mein Ansatz auch nicht, denn:

    Psalm 82,6-7 Ich habe gesagt: «Ihr seid Götter und allzumal Kinder des Höchsten; dennoch sollt ihr sterben wie Menschen und fallen wie einer der Fürsten!»

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Sil

    Interessanter Spruch, den ich so auch noch nicht kannte (bin allerdings nicht sehr bibelfest).

    Dieses Buch, über Jahrhunderte kompiliert, zensiert, manipuliert und dann auch noch immer “zeitgemäßer” übersetzt, beeinhaltet natürlich so ziemlich alles für jeden und keinen, mal ganz abgesehen davon, dass es bezüglich Jesus, Maria Magdalena usw. allerlei Gerüchte und Behauptungen gibt, sodann die ganzen Johannes-Offenbarungs-Spinner etc., überdies natürlich die fundamentale Diskrepanz zwischen AT und NT, den verschiedenen noch zugelassenen Evangelien…

    Gleichwohl ist das (wofern richtig übersetzt) schon ein relativer “Knaller” im Sinne Deiner These.

    Es steht ja nicht nur Mist drin in diesem eigenartigen Machwerk, was gewissermaßen sogar das Ärgerlichste an ihm ist, denn deshalb muss man sich bis heute mit all den Verwirrten, Fanatikern und Obskuranten herumschlagen, die sich weiß der Himmel was alles daraus zusammenbasteln.

  5. Sil sagt:

    @ Magnus

    “denn deshalb muss man sich bis heute mit all den Verwirrten, Fanatikern und Obskuranten herumschlagen”

    Oh, wenn Du wüsstest, wie sehr Recht Du damit hast.

    “Gleichwohl ist das (wofern richtig übersetzt) schon ein relativer “Knaller” im Sinne Deiner These.”

    Du findest das also auch nicht zu weit hergeholt? Auch wenn jemand nicht zum Christentum neigt, so kann er es eben in letzter Instanz doch nicht ausschliessen, dass es einen Gott gibt bzw. eine GEISTIGE Obermacht. Und sich damit zu beschäftigen, finde ich auch nicht verkehrt, zumal unser Leben im Grunde auch nur von unserem Geist bestimmt wird. Wäre es nicht so, dann wäre Don Quijote nie enstanden und so jemand wie Nietzsche wäre auch nur Däumchendreher geworden.

    Was den (christlichen) Glauben anbetrifft, so darf man den auch nicht nur auf die Bibel und nur als schnödes Buch beschränkt betrachten, denn auch alles das in diesem Werk, ist vormals einem Geist entsprungen und wie bitte soll man all den anderen Geistern (den Menschen) sonst etwas vermitteln, wenn nicht am besten in schriftlicher Form? Wenn es dann falsch verstanden wird oder damit Schindluder getrieben wird, indem man Menschen damit unterdrückt, dann darf man deswegen doch dem, der zu Anfang der positiv Traumatisierte gewesen ist und auch anderen im Grunde nur Gutes wollte, nicht die Schuld daran geben. Denn wie Du so schön im ersten Teil Deiner Reihe geschrieben hast, ist es kaum noch möglich dem zu folgen, der schon den Weg des positiv Traumatisierten gegangen ist. Und was, wenn das dann wirklich Jesus gewesen ist, oder einer seiner Jünger, oder jener, der schon vorher da gewesen ist und den Menschen eben Gott nennen?

    Ich glaube, man muß selbst dazu bereit sein, seinen Geist zu öffnen, den ja jeder Mensch auch sein eigen nennen kann. Leider scheint es nur sehr wenigen Menschen möglich zu sein, diesen Weg auf geistige Art zu beschreiten. Viele verwirrt das alles nur und diese lehnen dann das Produkt eines positiv Traumatisierten, was die Bibel ohne Frage ist, von vornherein und kategorisch ab, nur weil sie es nicht verstehen (wollen).

    Die geistigen Produkte eines Nietzsche oder Cervantes hingegen, werden geradezu verschlungen und letzten Endes versteht auch noch lange nicht jeder, was im Geist dieser Menschen wirklich vorgegangen ist. Wer kann schon verstehen, was im Kopf eines Don Quijote wirklich vorgeht? Ja, sein Diener vielleicht, das könnte sein.
    Viele haben ja auch gar keine Lust, sich eingehender damit zu beschäftigen. Und wer hat dann aber den Fehler begangen, die nachfolgenden Geister oder jene, die diese Schriften verfasst haben? Aus dieser Perspektive erscheint es nicht uninteressant, sich auch einmal eingehender mit dem von vielen als Märchenbuch bezeichneten Gedankengut, der Bibel, zu beschäftigen. Denn eventuell steckt ganz tief drinnen in diesem geistigen Produkt doch mehr an Wahrheit, als ein Unbesonnener vermuten möchte.

    Bisher hat es mich ehrlich gesagt, nie interessiert den Don Quijote einmal ganz zu lesen. Aber Deine Ausführungen hier Magnus, die haben in mir nun reges Interesse geweckt und ich habe das Buch jetzt ganz zu Anfang auf meine Wunschliste gesetzt. Ich bin richtig neugierig darauf geworden, in diesem Buch auch mehr zu entdecken, als man ohne nähere Kenntnis davon zu haben, vermuten könnte.
    Vielleicht sind die Deutschen ja auf dem Weg dorthin zurück, zu einem Land der Dichter und Denker zu werden. Denn Neueres und Besseres, als das was wir jetzt in unserem Land haben, wird nur über die Öffnung des Geistes eines Großteils der Bevölkerung möglich sein. Man kann nur hoffen, dass es dazu noch nicht ganz zu spät ist und wir von dümmlichen Fanatikern zertreten werden, die in menschlichen Gesetzgebern Gott sehen, oder die liebend gerne, weil sie vielleicht von Dämonen besessen sind, oder nichts besseres zu tun haben, anderen neue Traumata verabreichen. Wobei man dann doch sagen müsste, lieber geistiger Gott, der auch in den Köpfen der Verständigen sicherlich beheimatet ist, behüte uns davor.

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Sil

    “Noch kannte er nur die Tränen…jener Hebräer Jesus.”

    Nietzsche sagt im Zarathustra, Jesus sei leider zu früh gestorben, verliert kein böses Wot über ihn.

    Viele haben aus Nietzsches Ablehnung des real existierenden Christentums eine Ablehnung Jesu konstruiert, fälschlicherweise.

    “Vielleicht sind die Deutschen ja auf dem Weg dorthin zurück, zu einem Land der Dichter und Denker zu werden. Denn Neueres und Besseres, als das was wir jetzt in unserem Land haben, wird nur über die Öffnung des Geistes eines Großteils der Bevölkerung möglich sein.”

    Dein Wort in der Deutschen Gehörgang!

  7. Sil sagt:

    Ein Trauma hat zwar erst einmal jeder für sich ganz alleine, aber dennoch kann eine ganze Gesellschaft auch ein zusammenhängendes Trauma haben. Und ich befürchte, daß dies besonders auch bei unserer deutschen Gesellschaft der Fall ist.
    Wenn so etwas wie eine positive Traumatisierung bei einem einzelnen möglich ist, so kann meiner Meinung nach durchaus auch bei einer ganzen Gesellschaft ein über allen Menschen wie ein Fluch liegendes Trauma so eine Wandlung widerfahren, daß eine kollektive positive Traumatisierung dabei heraus kommt.
    Nur die Menschen müssen es natürlich erst einmal auch begreifen, was da überhaupt abläuft. Und wie ich sehe, werden ja auch schon aufklärerische Maßnahmen hier und da in Angriff genommen (Beispiel unten). Nun kann man nur noch hoffen, daß sie auch greifen und es die Leute auch verstehen, daß auch sie SELBST betroffen sind, also JEDER VON UNS, und endlich damit aufhören, alles in sich hinein zu fressen. Zu einer positiven Traumatisierung kommt es nämlich nur, wenn persönlich erlebter Mißbrauch, egal welcher, auch bewusst erkannt, aufgearbeitet und schließlich verarbeitet wird.

    Es wird schon teilweise versucht:
    http://traumaaufruf.de/
    http://www.musterung.us/

    Es wird wirklich Zeit, daß sich die Deutschen ihrer Traumatisierung bewußt werden, sie sich selbst eingestehen und dass etwas passiert.
    Niemand verlangt unbedingt, dass die Täter bestraft werden. Aber auch sie müssen endlich erkennen, was sie angerichtet haben und weiterhin sicherlich immer noch in vielen Bereichen anrichten. Eine wirklich ernstgemeinte Entschuldigung bei den Opfern kann Wunder bewirken. Und Vergebung ist auch ein guter Weg, dass alles ins Reine kommen könnte. Dies ist das, was wirkliche Nächstenliebe ausmachen würde und das ist auch das, was letztendlich MENSCHENWÜRDE ausmacht. Der Artikel 1, GG muss endlich auch die RICHTIGE und VOLLKOMMENE Beachtung finden und zwar in ALLEN Teilen der Bevölkerung und auch in ALLEN Bereichen. Auch in den staatlichen geförderten Mißbrauchsanstalten (Militär), sowie auch in Reihen der Ärzte/-innen, worunter es leider auch immer noch eine Menge von schwarzen Schafen gibt. Denn das VERBRECHEN des Missbrauchs kann im Grunde ÜBERALL geschehen und es tut es leider auch.

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/die-missbrauchte-republik-wie-die-68er-deutschland-systematisch-zerstoeren.html;jsessionid=C34F06DFAE8C64D425BE63676D624020

    “Die missbrauchte Republik ist es im wahrsten Sinne des Wortes: Ob in kirchlichen Einrichtungen, an Schulen, in Internaten, im familiären Raum, überall begegnen uns zerschmetterte Biografien, zerstörte Lebenslinien, tief traumatisierte Menschen, die ihr Leben lang zu vergessen suchen, was ihnen an Schande und Schmerz zugeführt wurde, verschuldet von egoistischen, hochgezüchteten Triebtätern der 68er-Generation.”

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/deutschlands-triebtaeter-wie-die-68er-seit-jahrzehnten-politisch-korrekt-unsere-kinder-missbrauchen.html;jsessionid=D45D7F931DC164F840C5B5B67D67E95B

    “Denn die Geister, die einst gerufen wurden, haben sich inzwischen zu riesigen Ungeheuren herausgebildet, die von zahlreichen Menschen energisch Besitz ergriffen haben.”

  8. Sil sagt:

    @ Magnus

    “Nietzsche sagt im Zarathustra, Jesus sei leider zu früh gestorben,..”

    Wie hat Nietzsche das denn genau gemeint? Gibt es darüber auch etwas Schriftliches von ihm?

    “Viele haben aus Nietzsches Ablehnung des real existierenden Christentums eine Ablehnung Jesu konstruiert, fälschlicherweise.”

    Was ist denn das real existierende Christentum? Ist es das, wie es die verschiedenen fest etablierten Kirchen, z.B. die Katholiken ausgelegt haben, oder die Freikirchen, z.B. Siebenten-Tags-Adventisten, oder die Gegenströmungen wie z.B. der Islam es sehen? Gibt es überhaupt ein REAL existierendes Christentum oder beläuft sich das einfach am Ende wirklich NUR darauf, an Jesus Christus einfach nur zu glauben?

    Johannes 12:44 Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat.

    Wenn Nietzsche Jesus nicht abgelehnt hat, so muss er doch geglaubt haben, dass es diesen Jesus auch tatsächlich gegeben hat und es ist höchstwahrscheinlich auch davon auszugehen, dass dann Nietzsche auch nichts gegen das einzuwenden hatte, was Jesus von sich gegeben hat als Lehre. War Nietzsche etwa doch ein Christ und zwar einer der wirklichen Christen? Denn wann und wo hat Jesus jemals gesagt, man solle Prunkpaläste wie in den Himmel ragende Kirchen für ihn bauen, oder eine hierarchische Struktur, z.B. wie den Vatikan usw., um seine Lehre oder um ihn als Person errichten?

    Denn Jesus hat gesagt:
    1.Korinther 3:16 Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?

    Und in Nietzsche wohnte wahrlich ein besonderer Geist Gottes. Oder sehe ich das jetzt falsch?

    Jesus gibt es nun mal nur mit dem Beinamen Christus. Wer Jesus nicht ablehnt, der lehnt somit auch den Christus nicht ab. Und wer Jesus Christus nicht ablehnt, der ist nach der Bibel ein Christ und ich finde, dies ist dann das TATSÄCHLICH real existierende Christentum schlechthin. Außer man geht dann vor die Tür und tritt den Nächstbesten in den Hintern. Das hat dann nämlich mit der Lehre von Jesus rein gar nichts mehr zu tun. Denn jemand der so handelt, der lehnt dann auch Jesus ab.

    1.Johannes 4:3 und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists, von welchem ihr gehört habt, daß er kommt; und jetzt schon ist er in der Welt.

  9. Hallo

    Ich zitiere aus dem Text:
    Aber der positiv traumatisierte Mensch (ein mir neuer Aspekt, aber interessanter) ist eben nicht nur das, sondern er ist auch ein Erbauer, er ist nicht nur ein Ausgleich herstellender Antipode.

    Er ist ein Schaffender.

    So wie ich finde eine gute Reflektion und umso mehr ihm auf diesem Weg aus dem Trauma neue begegnen, erwächst zu einem anderen Zeitpunkt eine noch höhere Energie, die ihn aber eben gerade bedingt dadurch in neue abstruse Geschichten verwickeln können. Gerade aus diesen Gründen muss er ein Schaffender sein.

    Über eine Unterschrift zu meiner Aktion und wertvolle Kommentare freue ich mich.

    In diesem Sinne
    Christina Rößler
    http://www.traumaaufruf.de

    PS: Ein interessanter Austausch

  10. Tosco sagt:

    Ich würde meinen, “real existierendes Christentum” schließt alles mit ein, was sich in unserer christlichen oder christianisierten Kultur über die letzten anderthalb tausend Jahre gesellschaftspolitisch (erst in Europa, später auch in seinen Kolonien) weltweit eingebürgert hat. Und zwar in allen Bereichen der Gesellschaft (wie der Gregorianische Kalender z.B.)! Dimmt man nämlich das philosophische Getöse – ob nun mit Gott oder ohne – auf ein erträgliches Maß herunter, wird einem schnell klar, dass die Abgrenzung der Staatsverwaltung von der der Kirche, die Abspaltung des Königs vom Priester sozusagen oder – noch einfacher – die des Häuptlings vom Medizinmann/Zauberer (Heiler/Heiliger) bzw. die Auseinanderdividierung der beiden ewigen (altägyptischen, freimaurerischen, jüdischen, christlichen, selbst bolschewistischen oder scientologischen) Zwillingssäulen (“Die ‘Steinmetzsäule’ ist in Wirklichkeit die priesterliche Säule, die die Freimaurer unter dem Namen Jachin und die Nasoräer als Zedeq kennen, und die ‘Lehrlingssäule’ ist die Königssäule Boas und verkörpert die Macht des Mischpat.” Unter den Tempeln Jerusalems, S. 248) aus ideell-spiritueller Vormacht “einerseits” und materiell-geschäftlicher “andererseits” im Grunde genommen auf frömmigkeitspolitische, frömmigkeitsstrategische Augenwischerei hinausläuft. Besonders im Hinblick auf die sozialkatholische Verfasstheit der Bundesrepublik oder den “katholischen Wind” im Weißen Haus, der Rolle des Vatikans beim “Fall der Mauer” usw. Man sollte sich stattdessen lieber fragen, wie weit “Richtlinienkompetenzen” von “Lehrlingen” dem Wohlwollen ihrer “Steinmetz”-Meister unterworfen sind … was Guido Grant mit seinem “Schwarzbuch” wenigstens versucht.

    Die verschiedenen Strömungen und Fraktionen des messianischen Kreuzigungskultes verhalten sich dabei ähnlich wie die modernen Parteien, die mal koalieren, dann wieder opponieren, wobei meinem nach Abschuss der New Yorker Zwillingstürme eiligst nachjustierten Verständnis zufolge selbst die Sparten des Positivismus und Atheismus dem römischen Schmelztiegel der Ideologien (Stichwort Geheimarchive des Vatikans or “the Jesuit index of Tibetan books – the finest secret device ever invented for applying religion to the purpose of making men stupid.”) entstammen und dadurch auf spektakuläre Weise von einer geistlichen Klammer in Händen der “allumfassenden” Bischofsbruderschaft insgeheim zusammengehalten und geschickt gemanagt werden. Die katholische Institution ist ja von Beginn an gleichermaßen immer eine politische Bewegung gewesen, die sich bis heute gegenüber jeder anderen Organisation und Gebietskörperschaft für moralisch überlegen hält, also erhabener, reiner, mit größerer Weisheit versehen usw., und damit eine majestätische Weisungsberechtigung (im Weltmaßstab) einfordert, die sie aber seit Erfindung des Buchdrucks nicht mehr nur mit Glaubenserzählungen in Form einer geheimgehaltenen und zu allgemeiner Gültigkeit kanonisierten Schriftensammlung, sondern nur noch mit allen möglichen Tricks durchsetzen kann – wie eben dieser neuartigen, quasi wie außerirdisch wirkenden, mörderischen Vulkan-Sprengung von Bürotürmen im Doppelpack, die als künstliche Vulkane mit einem massiven Stahlschlot plus engmaschiger Sichtblende m.E. extra dafür entworfen und übrigens lt. Antonio Gambino von der Mafia gebaut wurden. Der Abriss des “9/11″-Gefechtsstabs (Haus-Nr. 7) erfolgte dagegen konventionell.

    Was wollte ich sagen? Ach ja: Man sollte die theologisierten Anschauungen über die Welt, das Weltall, den Menschen darin und seine Seele besser nicht zu kategorisch trennen von den nicht- oder enttheologisierten Erörterungsstrategien und Interpretationsmustern, denn diese in meinen Augen stark ägyptoide und somit tendenziell absolutistische Theorie von einer vergöttlichten Übernatur mit lückenloser Administrationsgewalt über eine folglich angenommene “Unternatur”, der wir als Sterbliche angehören, ist dermaßen abstrakt und nahezu unendlich abstrakter als jede andere Theorie, dass man damit praktisch alles anstellen kann, was den Monotheismen ihre letztlich Flexibilität und janusköpfige Gestalt garantiert. Oder wie man von dt. Bischöfen oder auch Jesuitenzöglingen wie Herrn Geißler z.B. (in den meisten seiner unzähligen Gesprächshows( erfährt:

    “Unsere Kultur ist eine durch und durch christlich-abendländische Kultur. Und auch der agnostizistisch eingestellte Humanist wird nicht leugnen können, dass seine humanistischen Werte nichts anderes sind als säkularisierte Werte aus der jüdischen und christlichen Tradition.
    Freilich: Die humanistische Philosophie der Aufklärung hat Wege entwickelt, um diese Werte ohne Rückgriff auf einen göttlichen Gesetzgeber zu begründen. Aber sie hat diese Werte nicht erfunden, sondern (vor-)gefunden in der christlich-abendländischen Kultur.” (Reinhard Marx 2008: “Das Kapital”, S. 130)

    Kleiner oder geringer würde ich mit dem Begriff “real existierendes Christentum” demzufolge nicht ansetzen. Wie gut sich Kapitalismus mit Kommunismus bzw. Solidarismus mit Sozialismus vertragen, zeigt nämlich nicht nur das Beispiel China, das selbst bei Aposteln des Corporate Mainstream gelegentlich als Einheitsmodell für die Zukunft unter Verdacht gerät.

  11. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Tosco

    Danke für diesen Beitrag, dessen Querverweise ich noch nicht prüfen konnte, der mir Deine Schau zum Religiösen und daraus abgeleiteten, fast alles durchziehenden Metareligiösen erheblich verdeutlicht hat.

    In der Tat haben wir es mit jener Janusköpfigkeit zu tun, die, von einer Art Ägyptizismus überwölbt, oder auch “verschlusssteint”, die Welt weitestgehend durchdringt und beherrscht.

    Die Frage für mich geht nicht darnach, ob da etwa jemand die totale Weltherrschaft anstreben wolle, denn das liegt auf der Hand, sondern welche Art derer und zumal zu welchem eigentlichen Endbehufe angesteuert werde, welche dahinterliegende Zielsetzung eigentlich die treibende Kraft sei.

    Und stellt sich natürlich auch die Frage, was an diesen Georgianischen Steinen und den vielen Verlautbarungen diverser “Magnaten” daran sei, am Vorhaben, die Menschheit auf zwei Milliarden oder auch 500 Millionen zu reduzieren, weil dies so genehmer erschiene bzw. so gewünscht sei: und natürlich jene nach den Wegen und Mitteln, die solche feine Existenzen dafür einzusetzen willens und in der Lage.

  12. Sil sagt:

    @Tosco und @Magnus

    “Die katholische Institution ist ja von Beginn an gleichermaßen immer eine politische Bewegung gewesen,… für moralisch überlegen hält, also erhabener, reiner, mit größerer Weisheit versehen”

    Da mußte ich jetzt doch wirklich lachen. Die Katholiken und ihre große Weisheit. :)
    Die Weisheit von denen erstreckt sich vor allem darauf, gut mit Geld umgehen zu können, die Welt mit Kreuzen zu übersäen und andere Menschen zu martern, die nicht so wollen, wie sie es gerne haben. Das hat dann auch gar nichts mehr mit richtigem Glauben zu tun, sondern ist vielmehr pure Heuchelei Gott gegenüber, Volksverdummung und zuletzt sogar Popoganda (habe mich NICHT verschrieben).

    Auch alle Religionen der Welt jetzt unter einen Hut bringen zu wollen (unter einem katholischen Papst?), zeugt doch davon, wonach diesen Leuten wirklich der Sinn steht und das ist, alleine die Macht zu haben über alles und jeden auf der Welt.

    Nur mal so angenommen, sie hätten diese Macht irgendwann wirklich – was dann?

    Würde es denen dann nicht langweilig, Menschen, die sie bestimmt dann (oder auch jetzt schon?) wie Vieh ansehen, Befehle ausführen zu lassen, sie zu foltern und zum Vergnügen zu ermorden, wie es z.B. bereits die alten Römer taten? Wenn jemand die höchste Machtposition auf Erden erreicht hat, was bleibt ihm dann noch offen, um nach noch Höherem zu streben?

    Selbst wenn den Wissenschaftern es gelingen würde, für Menschen mittels Gentechnik ein viel längeres Leben zu erreichen. Was würde das im Endeffekt für die Mächtigen denn bringen? Oder gibt es da noch ein Geheimnis, von dem nur diese Leute wissen und sonst niemand?

    “Was wollte ich sagen? Ach ja:”

    Das war wirklich sehr gut gesprochen. Da kommt der feine toscosische Humor zum Vorschein.

    “wie eben dieser neuartigen, quasi wie außerirdisch wirkenden, mörderischen Vulkan-Sprengung von Bürotürmen im Doppelpack”

    Es mußte unbedingt eine Sprengung im Doppelpack sein, um ein doppeltes Trauma bei den Menschen zu erreichen. Ein gleichförmiges Trauma in beiden Gehirnhälften, versetzt das Gehirn der Menschen die es abbekommen haben, in einen osmotischen Druckzustand des gar nicht mehr Vergessen könnens. Damit haben wir es ja auch jetzt in der Welt zu tun.

    Um daraus eine positive Traumatisierung zu erschaffen, müßte endlich einmal richtig Druck abgelassen werden. So sind vielleicht die Ägypter gerade dabei dies zu tun.
    Ob jene die hinter der Sprengung der Türme stecken, wirklich so weit gedacht haben oder wußten sie eventuell doch nicht was sie am Ende damit sich selbst noch antun können werden?

    “am Vorhaben, die Menschheit auf zwei Milliarden oder auch 500 Millionen zu reduzieren,”

    Kann mir jemand definitiv sagen, wie viele Menschen es genau auf der Welt zur Zeit gibt?

    In einer Übersetzung der Bibel steht es nämlich so:

    Offenbarung 13,18Hier ist Weisheit nötig: Wer Denksinn hat, berechne die Zahl des wilden Tieres; denn sie ist die Zahl der Menschheit, und ihre Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.

    Da ist dann nicht nur von einem Menschen die Rede, der diese Zahl trägt (was übrigens der Papst sein soll – die Zahl steht zusammen gerechnet tatsächlich als der Zahlenwert von Buchstaben auf seiner Tiara), sondern es soll die Zahl der ganzen Menschheit sein.

    Und irgendwo steht in der Bibel auch etwas davon, daß wenn eine bestimmte Anzahl aus den Heiden zusammen gekommen ist, irgend etwas passieren soll. Viele Gläubige meinen, es stände ihnen bald die geistig-körperliche Entrückung bevor.

    Wenn das mit dem Glauben, dem Christentum, der Bibel wirklich alles kompletter Unsinn ist, dann müssen einige Menschen, auf die viel später ihre Nachfahren folgten, für diese wirklich gut vorgesorgt haben. Und was hatten überhaupt die Ersten davon, wenn ich das mal so hier als Frage aufwerfen darf? Denn diesen Ersten ist es doch bestimmt auch schon sehr gut gegangen und sie hatten bestimmt alles, was man sich auf Erden so wünschen kann.

  13. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Sil

    Dieser Jesus war ja nun, wie der Schwabe sagte, “a nedder Kerle”; aber schon allein, ich trüge Schuld mit mir herum, derart, dass ein anderer zu meiner und der Erlösung aller von ihrer Schuld, ungefragt, gestorben sei, lässt mich ins christlich-konfessionelle Essen brechen.

    Ebenso ungefragt, aber unschuldig herausgefordert.

    In der Tat handelt es sich um eine ungeheuere Beleidigung jeglicher menschlicher Intelligenz, dass jener Jesus als Jahwes Sohn und gleichzeitig Mensch zuerdengekommen hernach zur unserer Erlösung von unserer Hand am Kreuze sterben müsse, habe müssen, wollen, sollen, tollen.

    Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt: Man setzt einen Abartigen über ein Absurdum in ein Rätsel, das innerhalb des behaupteten Enigmas leider überhaupt kein Mysterium mehr birgt: alsnämlich lediglich abgefeimte, zusammengekochte Lügengespinste jedweder Art, wie Tosco vorhin schon sehr gut über das Beispiel Geißler zutage führte.

    Im übrigen muss ich Tosco gleichwohl einen Einwand entgegenhalten, was die Übermacht der testamentalischen Verseuchung anlangt, alle Lebensbereiche betreffend: Der gesamte sogenannt christliche Festkalender folgt, nur unter veränderten Vorzeichen, dem germanisch-heidnisch-runischen.

    Was dabei zunächst alswie ein Sieg über die alten Bräuche aussah und noch erscheinen mag, ist in seiner Umkehrwirkung – wir sind ja immer noch beim positiv traumatisierten Menschen – noch wenig bedacht, von mir auf dieser Seite immerhin teilweise angefacht.

    Allerdings, um noch einen Plattreim anzufügen, ist gerade dazu noch längst nicht genug gemacht.

  14. Magnus Wolf Göller sagt:

    Der passt hierher:

    http://rense.com/general92/aft.htm

  15. Sil sagt:

    @Magnus

    Das mit Jesus wäre ja ein netter Kerl, ist das jetzt Deine persönliche Meinung oder übernimmst Du hierbei die allgemeine Sicht der Dinge?

    “ungeheuere Beleidigung jeglicher menschlicher Intelligenz”

    Wenn ich mich so auf der Welt umschaue, wie die Menschen ihren eigenen Lebensraum zerstören, Tiere massenhaft und auf bestialische Art und Weise abschlachten, ohne richtigen Sinn und Zweck ebensolche Kriege miteinander führen, sich gegenseitig versklaven und unterdrücken, in Massen irgendwelchen selbsternannten Kirchenführern hinterher laufen, die sich um das Wesen Gott herum eigene Irrlehren erdacht haben, dass sich anders herum, Menschen an einer erdachten Evolutionstheorie unbedingt festhalten wollen, obwohl Fakten belegen, dass dies alles erstunken und erlogen ist und viele Wissenschaftler das auch selbst zugeben, Menschen aufgrund medizinischer Unfähigkeit immer noch wie im Mittelalter verbrannt, verstümmelt und ihres Selbstwertgefühls beraubt werden, im Fernsehen schwachsinnige Shows, ebensolche Soaps und so etwas wie die Dschungelcampidiotie der Unterhaltungsfaktor Nr. 1 sind, dass der seelisch-körperliche Gesamtzusammenhang der lebendigen Seele Mensch bis heute kaum Beachtung geschenkt wird und wir es mit einer total traumatisierten Gesellschaft zu tun haben, in der hauptsächlich nur noch Egoismus, Geld und Machtgefühle empfinden zu wollen, das A und das O sind, dann stelle ich hiermit die Frage: Wo ist denn diese Intelligenz von der Du beim Menschen sprichst?

    Ich gebe Dir aber Recht darin, dass diese ganze Abartigkeit über ein Absurdum in ein Rätsel mündet, ja münden muss. Und ich denke, das ferner eine kleine Gruppe von Menschen sehr genau weiß, was sie will und diese ist auch fähig dazu, ihren Willen nach und nach umzusetzen. Aber ob das jetzt auch wirklich mit Intelligenz zu tun hat oder auch nur wieder auf der Macht des Stärkeren beruht wie im Tierreich, ist eine andere Frage, die wir uns stellen müssen. Jedenfalls ist diese kleine Gruppe doch so Intelligent, sehr viele andere für sich tätig werden zu lassen. Und das macht diesen Leuten eben so schnell niemand nach. Der Trick ist einfach, dass viele Menschen, die meinen sie hätten Macht, im Grunde auch nichts weiter sind als kleine Fische, wie man z.Z. am Beispiel von Mubarak in Ägypten sehr gut sehen kann. Dieser Mann darf noch nicht einmal über seinen Abgang alleine entscheiden und muss den Obama und die Merkel fragen. Wirklich ein toller Diktator. DAS ist ganz schön abartig!

    Ich weiß ja nicht, ob Du Magnus die Evolutionstheorie befürwortest und Deine Intelligenz im Ursprung einem Urknall meinst verdanken zu müssen. Es würde mich schon interessieren, worin Du persönlich und überhaupt den Ursprung aller Dinge siehst. Denn von einem Schöpfergott hälst Du ja nichts. Sehe ich doch richtig, oder?

    Nur einmal angenommen, Du bekämest jetzt einen Herzinfarkt und würdest kurz danach sterben. Alles Hochgeistliche was aus Deinem Gehirn bisher hervorgesprudelt ist, wäre das dann Deiner Meinung nach für immer verloren oder bist Du der Meinung, Dein Geist verschwindet doch nicht so einfach ins Nichts? Ich meine, Du bist ja so etwas wie eine “Intelligenzbestie”, was aber meinst Du bleibt von dieser Energie, diesem Lebenswillen, dieser Kraft in Dir zuletzt noch übrig? Bist Du der Meinung, Du bist tot und dann bist Du einfach wieder weg? Ist das nicht herzlich wenig für all die Mühe, die Du Dir bis jetzt schon in deinem Leben gemacht hast?

    Ist in Dir kein Fünkchen Hoffnung, dass es doch mehr geben könnte, als diese materielle Welt die wir hier kennengelernt haben? Dieses Fünkchen Hoffnung ging aber dann von Jesus hinaus in die Welt. Klarer Fall, dass sich nur die Dümmsten der Dummen in ihrem Glauben an einen am Kreuz (eigentlich Marterpfahl) Gestorbenen klammern würden? Mag sein, aber inzwischen habe ich viele Kontakte zu gläubigen Menschen gehabt und sehr viele von denen sind alles andere als dumm. Egal ob dümmere Menschen oder intelligentere, sie alle halten sich an dem Fünkchen Hoffnung fest, dass von diesem Christus ausging. WARUM?

    “Der gesamte sogenannt christliche Festkalender…”

    Du sprichst hier von dem von Menschen gemachten Christentum, der kath. Kirche. Was hat das mit Jesus wirklich zu tun? Hat Jesus gesagt, dass die Menschen das tun sollen nach seinem Tod und seiner anschließenden Wiederauferstehung, einen christlichen Festkalender erstellen? Mit Jesus begann nicht umsonst die Zeitrechnung wieder bei Null. Aber anstatt das zu verstehen, machten die Menschen genau da weiter, wo sie aufgehört hatten. Sie machten aus Jesus eine kirchliche Ikone, einen immer noch am Kreuz hängenden Toten. Und weißt Du auch warum Magnus, weil sie einfach schon zu tief in ihrem Trauma feststeckten. Dabei hat Jesus ihnen, uns allen, den Weg zur positiven Traumatisierung gezeigt. Er hat alles aufgehoben, was für uns geistige Fesseln sein könnten. Damals ist wirklich ein Gott am Kreuz ermordet worden bzw. für uns alle gestorben, denn er brachte mit sich die absolute körperlich-geistige Freiheit in unsere Welt. Nur es gelang dann wieder dieser mächtigen kleinen Gruppe von Menschen, von denen ich schon sprach, diese Freiheit für alle erneut so umzukehren, dass sogar noch mahr an Unfreiheit für alle dabei heraus gekommen ist. Und auch Du hast das ja gut erkannt:

    “Was dabei zunächst alswie ein Sieg über die alten Bräuche aussah und noch erscheinen mag, ist in seiner Umkehrwirkung…”

    Wir Menschen können uns nur selbst aus diesem uns von der kleinen mächtigen Gruppe von Menschen gemachten Trauma befreien und am besten wird das gelingen, wenn alle traumatisierten Menschen zusammen halten und aufstehen und sagen: Jetzt nehmen wir uns einfach die Freiheit, die uns immer schon zustand.
    Ob die Demonstrationen in Ägypten, Tunesien oder auch in Stuttgart ein Anfang davon sind, werden wir noch sehen. Man kann es nur hoffen.

  16. Tosco sagt:

    “Verschlusssteint” finde ich klasse: hat was von einer Steinigung, wobei in diesem Fall die Freiheit dran glauben müsste, und bietet eine steinernde Direktverbindung zwischen “unserem 9/11″ (Urban Priol), “dem Fall” der Mauer (eigentlich: Durchbruch plus Abtragen und Zertrümmern), und “dem Fall” der Türme (eigentlich: Komplett-Pulverisierung außer von Baustahl und Büropapier durch präzise berechnete Hitzewaffen modernster Bauart).
    “Eine Art Ägyptizismus”, die meiner Ansicht nach am reinsten im Begriff des “Kafkaesken” zum Ausdruck kommt, weshalb der Tscheche auch – neben seinem Landsmann Kundera übrigens – einen Stammplatz in meinem ganz privaten Olymp ergattern konnte. Und Kafka wird außerdem, soviel ich weiß, nirgendwo als “Verschwörungstheoretiker” gehandelt oder als ein Spinner oder Phantast hingestellt. Die Kunst macht’s möglich …

    “Durchdringen” rangiert als Stichwort in der gleichen Liga wie “vielschichtig”: “All of the great religions are highly flawed interpretations of a more universal system, which can be found in Jung and Gurdjieff.” Schreibt einer, der Adriana Mazzarella Sprachunterricht gegeben hat … Und hier kommt der Trick bei der ganzen Geschichte: Wenn ich sage, man sollte theologisierte Anschauungen sowohl untereinander, aber vor allem nicht von enttheologisierten Erklärungsmodellen und Überzeugungen zu kategorisch trennen, dann besteht im genauen Gegenteil dieser Ansage das tiefste Geheimnis der unfassbaren Machtfülle eines Bildungsordens mit über 200 Kaderschmieden in aller Welt. Die angesprochene Fragmentierung des ursprünglichen monotheistischen “monolithischen und umfassenden Denk- und Lenkungssystems” in inhaltlich, terminologisch und kategorial abgegrenzte – man könnte auch sagen: eingezäunte – Frömmigkeits-”Planquadrate” erlaubt es nämlich, nicht nur
    dialektische Spielchen aller Art ähnlich den Strategie-Rollenspielen im Cyberspace zu veranstalten, sondern auch institutionelle Strukturen zu etablieren, die den Anschein einer demokratischen Gewaltenteilung erwecken, die, wie sich immer eklatanter zeigt, genau genommen schon immer eine Farce war.
    Dieser zentrale Trick des Aufreißens von Glaubensfronten und Ausgestaltens der dazugehörigen Schützengräben (11. 9. 2001) oder auch die Aufhebung oder Entschärfung derselben (9. 11. 1989) ist schon immer das Kerngeschäft der Priesterkaste gewesen, deren überlegene Macht (im Gegensatz zu den Königsfamilien als staatliches Spitzenbeamtentum) aus der Beherrschung der Phantasie der Massen resultiert. Und so gesehen macht es keinen Unterschied, ob man zehn Milliarden Menschen oder nur eine halbe kontrollieren will. Wie sonst hätte sich z.B. ein Franz Xaver einbilden können, als Einzelkämpfer erst China und dann Japan für seine Bruderschaft zu erobern?

    Der Mythos um die “Georgia Guidestones” passt in meinen Augen perfekt zu dem um die Auslöschung der Zwillingstürme – die nächste steinerne Spielfigur auf dem “Grand Chessboard” des globalen geistlichen Verschlusssteinens, auf dem auch die weltweite Phalanx ägyptoider Obeliske, sämtliche Pyramiden, Kathedralen und Wolkenkratzer sowieso, aber auch Siegessäulen, Triumphbögen, selbst Bunker, Kloster und hermetische Bauten für geheime Initiationsrituale gewichtige Grenzpfähle markieren bzw. als eine Art spirituell-politischer Pokerblätter zum Einsatz kommen. Ich vermute demnach, dass es sich um ein und dieselbe Strategie des Wiederanschürens jahrhundertealter Verschwörungsmythen handelt (diesmal mit den Mitteln des digitalen Infokrieges), die im westlichen Kulturkreis – wie damals vor 80 Jahren mit den Volksempfängern und Wochenschauen – auf denselben immer noch ausreichend fruchtbaren Boden des christlichen Antisemitismus fallen. Mich hat das 23-tägige öffentliche Sterben von Alexander Litwinenko und das Zusammenfallen seines Todes mit dem Tag der Deutschlandpremiere von “Casino Royal”, einem Bond-Film in der Qualität von “Batman Begins”, in dem “Leinwandgott” und “Diener seiner Majestät” David Craig, verbunden mit einer direkten “9/11″-Referenz, den satellitengestützten Zoo-Chip für den Bürger einem Weltpublikum angekündigt hat, erheblich mehr schockiert als das Granitmonument in Elbert County. Wobei ich nicht ausschließen will, das hier ein Zusammenhang besteht. Dieser spektakuläre Zufall des 23. 11. im 450. Todesjahr von “Inigo” Loyola hat mich, nachdem ich Ende Oktober 2007 darauf gestoßen war, überhaupt erst veranlasst, auch mit Schreiben zu beginnen (statt nur zu recherchieren). Es könnte sich um eine Schwarze Messe analog zum 11. 9. handeln, bei der im Gegensatz zu dem seit 2001 offen abgefackelten, möglichst lauten und gezielt dosierten Psychoterror ein eher stilles Inkulturationsmanöver wie ein makabrer Festakt zelebriert wurde. Trotz wesentlich folgenreicher Implikationen oder gerade deswegen.

    Heute morgen hatte ich die Idee, einen Fragebogen zu entwickeln, mit Fragen des “Frömmigkeitstheoretikers” and den/die “Verschwörungstheoretiker”, und diese Idee kommt nicht von ungefähr, denn ein solches Instrument würde geradezu organisch aus dem Wisnewski-Brief wie eine “Zusammenfassung mit anderen Mitteln”, eine Zusammenfassung in Form markant aufgestellter Fragen, erwachsen. Denn ohne, dass es mir bewusst war, kreisten meine Gedanken bereits um eine konkrete Gegenüberstellung der beiden Forschungsrichtungen, die auf diese Weise gleichzeitig Verhandlungen aufnehmen und die Trennlinie zwischen ihren Disziplinen abstecken könnten …

    Als nächstes bist du dran, Sil, versprochen.

  17. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Sil

    Was die Sache mit Jesus anlangt: Gehen wir mal lieber von der allgemeinen Sicht der Dinge aus.

    Im Grunde genommen sollte man sich über den auch gar nicht äußern, alswelche Klugheit ich hiermit nicht an den Tag legte.

    Zum einen wissen wir ja nicht, wie er wirklich war, zum anderen darf auch nicht vergessen werden, dass er vorgeblich den “Alten Bund” zu einem “Neuen Bund” mit jenem indiskutablen Scheusal namens Jahwe (oder auch des “Unaussprechlichen”) führen wollte, was mich ihm, sollte es stimmen, wenig gewogen machte, um es mal vornehm auszudrücken.

    Zum anderen gibt es derart unzählige Jesusprojektionen, oft gespeist aus “der Jesus war lieb, der Christusgeist und trallala, nur die Kirche ist Scheiße”, aber natürlich fast immer, ohne die fundamentale Diskrepanz zwischen Altem und Neuem Testament wirklich zu erklären und entspechende Konsequenzen zu ziehen.

    Was die menschliche Intelligenz anlangt, so bringst Du schlagende Gegenbeispiele vor, die aber nicht entkräften können, dass es eine solche gibt: und sie wird meines Erachtens eben gerade durch Absurditäten wie das christliche Weltverständnis aus dem jüdischen heraus nicht nur nachhaltig beleidigt, sondern fundamentaler untergraben, als dies einzelne oder auch eine ganze Menge Arschgeigen können.

    Ein Star der deutschen Eso-Szene (der trotzdem wirklich was in der Rübe hatte und nicht nur einen an der Waffel) meinte im Gespräch vor bald zwanzig Jahren: “Das Christentum ist der größte Marketing-Trick der Weltgeschichte.”

    Ich vermag ihm heute noch nicht zu widersprechen.

  18. Guten Tag

    Die Redner hier sind geschickt darin, dem wahren Jesus nicht selbst
    begegnen zu wollen und meinen kurzen Absatz eben so geschickt zu überrollen, was nicht gerade sehr nett ist.

    Nun, da kann man noch so vieles schreiben und diskutieren, wenn einem auf dem Weg der Glauben nicht unmittelbar selbst begegnet, nämlich meistens erst in der Not. Da hilft es nicht, sich derart über Jesus auszutauschen, denn man es kaum erklären, was in diesen Moment der Begegnung geschieht.

    Vielleicht sollte man denen zuhören, die den anderen Versuch bereits starten.

    Freundliche Grüße
    Christina Rößler
    http://www.traumaaufruf.de

  19. Sil sagt:

    @Magnus

    Ich stimme Dir insoweit zu, dass bestimmte Kreise das Christentum bzw. Jesus gekonnt vermarktet und für ihre eigenen Zwecke benutzt haben. Was das heutige Christentum darstellt, ist eine regelrechte Schande, wenn man alleine schon die Abgrenzung und sogar Zerstrittenheit zwischen den einzelnen sogenannten Gemeinden betrachtet. Und unsere ganze Gesellschaft, was ist damit los? Sodom und Gomorra, die Zweite oder sogar die Dritte?

    Du sprichst “die fundamentale Diskrepanz zwischen Altem und Neuem Testament” an. Was sagst Du jetzt als einen der einfachsten “Vergleiche” dazu, wenn man das beispielsweise auf das vor wenigen Jahren noch von einer Mauer getrennte Deutschland beziehen würde? Da Gefangenschaft, Unterdrückung, Gewalt und dem gegenüber der “freie”, glorreiche, Schlaraffenland ähnliche Westen. Drüben der Satan als Honecker mit seinem Kommunismus und wir haben hier und heute nun eine neue Kategorie von Evas, die liebend gerne die Rolle unser Urmütter spielen. Irgendwie muss der Fall der Mauer dazu geführt haben, dass die Schlange zugang zu unserem westlichen Schlaraffenland bekommen hat und ihre Verführungskünste sind immer noch dieselben wie damals schon, zu Zeiten der ersten Eva. Was alles sehr gut zu beginnen schien, ich erinnere an die allererste Fassung unseres Grundgesetzes, so bekamen zunächst mal wieder die Männer ihr Fett weg, als im westlichen Schlaraffenland die allgemeine Wehrpflicht eingeführt wurde und diese bis vor kurzem auch das hielt, aber verlogener Weise dem doch nicht stand hielt und weshalb man aber über sie unnötiger Weise vorher “freie” junge deutsche Männer zum Sklavendienst heranziehen konnte und das westliche deutsche Volk das die ganzen Jahre hindurch einfach toll fand. So sieht es zumindest doch aus. Drüben gehörte das ja wie selbstverstandlich ebenfalls dazu.

    Das soll jetzt bedeuten, es gibt eigentlich gar keine fundamentale Diskrepanz zwischen Ost- und Westdeutschland, wenn man sie rein auf das menschliche Zusammenleben gesehen betrachtet und meiner Meinung nach gibt es so auch keine fundamentale Diskrepanz zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. Denn was hat sich wirklich in den Köpfen der Menschen geändert? Und auf den Geist in den Köpfen der Menschen kommt es eben in erster Linie an.

    Wir hier im Westen hatten nie etwas anderes als eine Parteiendiktatur und die in der ehemaligen DDR hatten ihren Honni. Und heute ist alles eins und die Männer haben unter Frauen zu leiden, die von Satan verführt worden sind und die Männer werden über den Gender Mainstream ans Schwul sein gewöhnt und daran, Zuhause die Kinder zu versorgen. Das soll dann “Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst” bedeuten. Ja, wirklich??? Irgendwie erkenne ich nur ein heilloses Chaos in allem, ein durch und durch auf Lügen aufgebautes, total krankes System.

    Und wie wir festgestellt haben, haben wir es mit einer schier endlosen Zahl an traumatisierten Menschen zu tun und daran ist ganz bestimmt nicht Jahwe schuld und sein Sohn, der Jesus ebenso wenig. Und so war es zu allen Zeiten. Der Mensch ist alleine an seinem Elend schuld, aber was fällt Menschen leichter, als ihren Hass auf (einen) Gott abzuwälzen?

    Jesus über den Neuen Bund sagte dann, gut, machen wir es so, dass ich die ganze Schuld freiwillig auf mich alleine nehme. Die Menschen lieben es, den Hass gegeneinander als Nächstenliebe zu betrachten und Jesus (der Gott Jesus in uns Menschen selbst) ist so gut, ihnen jeden Fehltritt zu verzeihen. Der Gott von dem wir hier sprechen, sitzt ja nicht auf einem Thron über unseren Köpfen in Himmel, sondern er lebt als Geist in unserem Kopf, in JEDEM Kopf jedes einzelnen Menschen und jeder hat die Wahl zwischen dem zu entscheiden was entweder GUT oder BÖSE ist. Dies immer alles einer “Person” wie dem Jesus anhängen zu wollen oder einem alten Mann mit einem langen weißen Bart, der auf einer Wolke sitzt, und das dann Christentum nennen zu wollen, das ist doch einfach zu kindisch. Oder was meinst Du Magnus?

    Der Geist, mit dem wir denken, fühlen, Seheindrücke verarbeiten, gut von böse unterscheiden, lieben oder hassen usw., woher kommt er oder anders gesagt: Was ist das überhaupt?

  20. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Sil

    Nun, insofern hasst Du recht, als dass aus dem Neuen Testament bisher auch nicht viel Besseres erwachsen ist als aus dem Alten.

    Vieles spricht dafür, dass die ganze Sache mit dem Christentum ein ziemlich hoffnungsloser Fall ist, da es sich eben doch nie aus der mosaischen Gefangenschaft zu befreien vermag.

    Und so verwundert auch nicht, dass man regelhaft seine Finger nachzählen muss, wenn man einem Christen in geistigen Dingen die Hand reicht.

    Selbst da, wo nicht Toscos Lieblingsgesellen unmittelbar die Luft verpesten, dringt der Allmachtsanspruch, die Kunst- und Wissensfeindlichkeit, die abgründige Grausamkeit des Jahwe aus jedem Winkel durch alle Ritzen.

    Vielleicht war gar jener Jesus gar kein so netter Kerl, sondern lediglich ein besonders durchtriebener Wanderprediger, dessen Botschaft aus der hebräischen heraus Paulus als genial zu vermarkten erkannte, mit den bekannten Folgen.

  21. Luzifer-Lux sagt:

    @Magnus Wolf Göller
    Jesus war das Gegenteil eines Genies; er war ein Idiot.
    Friedrich Nietzsche

    Wir wissen über diesen Jesus in etwa soviel, wie über den Neandertaler. Mit dem Unterschied, daß wir wissen, daß es den Neandertaler wirklich gegeben hat, was man vom biblischen Jesus nicht sagen kann.

    @Sil
    Ich stimme Dir insoweit zu, dass bestimmte Kreise das Christentum bzw. Jesus gekonnt vermarktet und für ihre eigenen Zwecke benutzt haben.

    Das gilt wohl für alle Zeiten und alle Religionen.

    Was das heutige Christentum darstellt, ist eine regelrechte Schande, wenn man alleine schon die Abgrenzung und sogar Zerstrittenheit zwischen den einzelnen sogenannten Gemeinden betrachtet.

    Das Christentum war schon immer eine Schande. Wenn sie das nicht glauben, sollten sie sich schleunigst mit den vorchristlichen Denkern Europas und Asiens auseinandersetzen.
    Zerstritten waren die Christen seit ihren Anfängen und das zu jeder Zeit. Bereits zwischen Paulus und Petrus bestand eine Fehde, die aus dem Schriftverkehr zwischen den beiden hervorgeht. Paulus (der wahre Begründer des Christentums) alias Saulus wollte das Christentum für Nichtjuden öffnen. Petrus, Vorsteher der Jerusalemer Gemeinde, wollte das Christentum als rein jüdische Sekte erhalten wissen.
    Es ist eine “Schande”, wie wenig sie von der Geschichte ihrer Religion wissen. Sie sollten sich besser über eine Sache informieren, bevor sie diese so vehement verteidigen und sie zum Kern ihres Daseins erhöhen.

  22. Luzifer-Lux sagt:

    …im Fernsehen schwachsinnige Shows, ebensolche Soaps und so etwas wie die Dschungelcampidiotie der Unterhaltungsfaktor Nr. 1 sind,…

    Das erklärt auch, weshalb z.B. in den Rundfunkaufsichtsanstalten zu über 90% bekennende Christen sitzen. Aber solche Tatsachen klammert der Gläubige in seiner Rosinenpickerei bewusst aus. Wenn er damit konfrontiert wird, dann flüchtet er in seine Einteilung über “wahre” und “unwahre” Christen. Und genau hierin liegt der Grund, weshalb die Christenheit seit ihren Anfängen zerstritten war und sich gegenseitig mordete. Das ist die seit 2000 Jahren realexistierende “Religion der Liebe”…

  23. Sil sagt:

    @Magnus

    Lassen wir die Sache mit dem Christentum mal nur am Rande weiterlaufen und kehren wir besser wieder zum Ursprung unseres Themas hier zurück: Trauma und positive Traumatisierung. Denn ich will hier kein böses Blut zwischen uns erzeugen, wo unser Kontakt hier so vielversprechend begonnen hat.

    Trotzdem finde ich es sehr schade, dass irgendwie Verständigungsschwierigkeiten zwischen uns zu bestehen scheinen und Gespräche über das Christentum bzw Jesus, so etwas wie Barrikaden zwischen uns aufbauen, wo eigentlich gar keine sein müssten.

    Deine gedanklichen Einwürfe, was einen “hoffnungslosen Fall” betrifft, oder die Sache mit der “mosaischen Gefangenschaft”, finde ich gar nicht mal so übel.

    Wenn wir hier von Trauma sprechen und wie sich Menschen davon befreien können, indem sie nämlich den Spieß einfach gänzlich umdrehen, so ist das dennoch eine Sache, die nur auf rein geistiger Ebene abläuft. Darin stimmst Du mir doch soweit zu, oder Magnus?

    Als hervorragendes Beispiel brachtest Du dann die dem Geist Cervantes entsprungene Figur des Don Quichotte ins Spiel. Cervantes war in dieser Welt hier gefangen und sein Weg in die Freiheit seines Geistes brachte ihn in die abenteuerliche Welt seines Romanhelden. Auf diese Weise bekam der Geist von Cervantes den Spielraum, den er benötigte, um sein ganz persönliches Trauma verarbeiten zu können. So könnte es zumindest sein. Aber ob ihm das im Endeffekt wirklich gelungen ist, bleibt dennoch fraglich. Denn obwohl Cervantes mit seiner erdachten Romanfigur des Don Quichotte sehr gerne den Boden für sich unter den Füßen verlor, indem er ihn irre Dinge tun ließ, konnte er sich dennoch nicht völlig von dieser materiellen Welt hier loslösen. So schickte er wiederum sich selbst in Form des Sancho Pansa hinter seinem anderen ich her, um die Brücke zwischen dieser Welt hier und der von ihm geschaffenen anderen geistigen Welt nicht abrechen zu lassen.

    Nur als Einwurf jetzt, hatte Jesus im Vergleich zu Cervantes aber keine Angst die Brücken zur materiellen Welt ganz abzubrechen und er verlangt ja sogar, dass andere es ihm gleichtun sollen und auch keine Angst davor haben sollen, was sie auf der anderen Seite dann erwartet. Denn er versprach den anderen ja nur das Beste.

    Hätte jetzt Cervantes das Gleiche getan wie Jesus und seinem Geist völligen Spielraum gelassen, wären die anderen Menschen aber dann noch dazu bereit gewesen, ihm zu folgen und das auch noch für gut zu befinden? Denn wahrscheinlich können sich die Leser von Don Quichotte viel eher mit dem Sancho Pansa identifizieren, als mit diesem alten, ziemlich irren Mann auf seinem klapprigen Gaul. Vor allem auch deswegen, weil der Sancho Pansa jederzeit in seine Welt der Realität zurückkehren kann, die ganze Sache mit dem Irren aber dann am Schluß kein gutes Ende nimmt. Sehr interessant finde ich es auch, dass der Titelheld am Schluss gerade von einem Dorfpfarrer sozusagen in die Realität, also in unsere Welt zurück gebracht wird.

    Was im ersten Teil des Romans sehr vielversprechend begann, nämlich eine gänzlich neue Welt in seiner Phantasie zu erkunden, machte dann der Erfolg, der Cervantes durch Teil beschieden war, wieder ziemlich kaputt. So etwas lese ich zumindest aus dem Text hier heraus (http://de.wikipedia.org/wiki/Don_Quijote), dem Roman in seiner vollen Länge werde ich mich erst demnächst widmen können. Die Erde hatte ihn, Cervantes, wieder. War Cervantes so nicht auch in die “Herde” zurückgekehrt und hatte damit den schlimsten Fehler begangen, den ein positiv Traumatisierter machen kann?

    “Der positiv traumatisierte Mensch weiß, dass es für ihn kein zurück mehr gibt in die Herde, dass er dort rettungslos unterginge, indem sein Trauma alsbald zum negativen würde.”

    Ist meiner Meinung nach zwar doch Blödsinn, Jesus als positiv Traumatisierten zu bezeichnen, aber Jesus ist eben nicht mehr aus der von ihm erschaffenen geistigen Welt zurückgekehrt so wie Cervantes, und wenn und wie es heißt doch, dann ganz anders als vorher. Im Geist, als Geist, soll er sich auch “körperlich” zwar noch anderen vor seinem völligen Verschwinden noch einmal gezeigt haben, aber dann war er einfach weg. Und genau darin liegt doch das ganze Mysterium um Jesus, dass nämlich das Unfassbare erreicht werden kann, wenn auch nur geistig. Der Glaube, dass jemand als einfacher Mensch das auch zu können vermag, seinen inneren Schmerz, sein ihm von anderen zugefügtes Trauma durch völlige Loslösung und Befreiung von allem Üblen auf dieser Welt hier, ganz am Schluss doch noch in etwas Positives verwandeln zu können, hat das Christentum ja erst so entstehen lassen können, mit allem Betrug drum herum. Aber wenn es nun doch die Wahrheit ist, was damals passiert ist? Nur der Gang und das dort auch bleiben, bedeutet eine positive Traumatisierung. Wer das auch kann ist doch die Frage, womit wir es hier zu tun haben. Cervantes war sehr nahe dran, aber er hat sich durch die Figur des Sancho Pansa selbst eine Sperre oder so etwas wie eine Sicherung für seinen Geist eingebaut.

    Ist das etwa die gleiche Furcht vor der völligen geistigen Freiheit, die auch Ungläubige in sich tragen? Ich habe mit vielen Ungläubigen und Pantheisten kurze Gespräche und auch längere Diskussionen geführt und im Grunde erkannte ich immer nur eins bei ihnen und in ihren Worten und das ist die Angst, den Boden unter den Füßen zu verlieren, wenn sie ihren Geist zu weit beschreiten. Das krampfhafte Festhalten am Irdischen, obwohl am nächsten Tag der Tod schon auf sie warten könnte. Und was ist dann?

  24. Sil sagt:

    @Luzifer-Lux

    “Bereits zwischen Paulus und Petrus bestand eine Fehde, die aus dem Schriftverkehr zwischen den beiden hervorgeht.”

    Ist mir wohlbekannt, aber Ihnen sicher nicht, warum es zu dieser kleinen Fehde einfach kommen musste und wodurch dann dieses kleine Problem, um das es dabei ging, auch schnell wieder aus der Welt geschafft werden konnte. Aber ich habe auch keine Lust, es ‘Luzifer’ zu erklären.

    “Das Christentum war schon immer eine Schande.”

    Sie haben leider nicht verstanden, wie ich es gemeint habe.

    “sollten sie sich schleunigst mit den vorchristlichen Denkern Europas und Asiens auseinandersetzen”

    Kein Interesse!

    “und sich gegenseitig mordete”

    Das war jetzt aber wirklich ein sehr schlechter Witz.

    “z.B. in den Rundfunkaufsichtsanstalten zu über 90% bekennende Christen sitzen.”

    Unsere Bundeskanzlerin sagt auch, dass unser System in der BRD auf christlichen Werten beruhen ‘würde’. Ja, mit der Einhaltung von Artikel 1, GG bei uns ist das ja auch so eine Sache, die leider einfach nicht funktioniert. Und das ist der einzige Artikel in unserem Gesetzbuch, der den einzelnen als von seinem Schöpfer erschaffenen, wertvollen Menschen mit eigenem Willen über alles andere stellen soll. Der Aufbau unserer Gesellschaft in der BRD auf die christlichen Grundwerte, ist meiner Meinung nach nichts weiter als eine Farce.

    Und ob Sie es mir glauben oder nicht, überall wo ich in Foren mit anderen über Jesus sprach oder den Glauben allgemein, da tauchte dann nach einer gewissen Zeit immer jemand auf, der sich entweder ‘Satan’ nannte, oder ‘Luzifer’, oder auch ‘Antichrist’ o.ä. Und war ich dann fort, war auch dieser jemand ganz plötzlich wieder weg. Ist schon etwas seltsam, finden Sie nicht auch?

    Was mag einen Menschen dazu bewegen, sich Luzifer-Lux zu nennen, wenn er doch gar nicht an Gott, Jesus und diese Sachen glaubt? Für mich ist das immer der Beweis dafür, dass den Widerwirker Gespräche über Jesus voll auf die Palme bringen und er dann seine Handlanger aussendet. Ich frage mich nur, warum das so ist. Nein, ich frage mich das natürlich nicht, denn ich weiß ja warum. Aber eigentlich dürften sich doch Ungläubige davon gar nicht berührt zeigen, von etwas, dass es ihrer Meinung nach gar nicht gibt, weil so etwas wie Auferstehung oder ein Gott nach deren Auffassung ja kompletter Blödsinn ist. Oder?
    So machen sich solche Leute meiner Meinung nach selbst lächerlich.

    Und was sollen überhaupt derartige Angriffe auf eine bestimmte Person in einem Forum? Zum eigentlichen Thema, der positiven Traumatisierung, haben Sie nämlich rein gar nichts beigetragen.

  25. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Sil

    Kommt mir durchaus entgegen, die Sache wieder etwas weniger von der Christusfigur her anzugehen, wobei ich aber, um Deiner Kontrastierung gegenüber Cervantes angemessen antworten zu können, doch noch etwas dazu sagen muss.

    So wie Du die christliche Botschaft betrachtest, braucht man Christus nur als Leitidee, und es wird unerheblich, wie diesseitig “wahr” bzw. wirklich seine Geschichte ist.

    Ich will mir hier jetzt auch nicht den Tort antun, Cervantes’ Halbheit, so wie Du sie in Deiner scharfsichtig aus der Figur des Sancho heraus begründeten These anführst, gegen Jesu Volltat zu verteidigen, deren Heilsversprechen zweifellos in der von Dir beschriebenen Weise segensreich wirken kann.

    “Cervantes war sehr nahe dran, aber er hat sich durch die Figur des Sancho Pansa selbst eine Sperre oder so etwas wie eine Sicherung für seinen Geist eingebaut.”

    “Sperre” deucht mir etwas hart: Und eine “Sicherung”, hat er sie in dem Falle nicht etwa für uns alle eingebaut?

    Und wenn es ein Pantheon, ein Walhalla der großen Künstler gibt (wovon ich in gewisser Hinsicht überzeugt bin), so hat es Cervantes nach zähem Ringen mit Sicherheit dahin geschafft und nebenbei unzählige Gemüter ergetzt und gehoben, ohne eine Religion zu gründen oder zum Absolutum zu werden.

    Und er hat uns eben – als real nachweisbare menschliche Person – ein geschlossenes, buchstabengetreu überliefertes Gesamtkunstwerk auch zum positiv traumatisierten Menschen hinterlassen (nicht nur natürlich!), das nach 400 Jahren aktuell ist wie am ersten Tage.

    Und wenn der alte Fuchs gar, was Du “Sperre” oder “Sicherung” nennst, überdies mit dem Hintergedanken eingebaut hat, Leute wie Dich bis zu einer derart tiefen literarischen Reflexion anzustacheln, dass sie Dir auf dem Wege Deiner geistigen Entfaltung nützlichste Begleiter und Prüfsteine sein könnten?

    Dies ist ihm allemal zuzutrauen, denn wir dürfen mal von der Vermutung ausgehen, dass Cervantes seinen Sancho und dessen Verhältnis zu seinem Herrn bis in Verästelungen und Implikationen hinein durchdacht habe, die in der ganzen Literaturwissenschaft von vier Jahrhunderten bislang ebensowenig entdeckt wurden, wie wohl in diesem Strang.

    Aus dem spezifischen Antagonismus der beiden Helden hat Cervantes einen holographischen psychologisch-philosophischen Kosmos geschaffen, den noch weitere Generationen zu durchmessen sich anheischig machen werden, da bin ich mir sicher.

    Und meine ich auch, dass es uns insgesamt viel weniger an Glauben fehlt, denn an geistiger Öffnung, Mut beim Schaffen, Erhöhung über die Künste allzumal.

    Ich werde aber nochmal auf Deiner These herumdenken; denn in der Kürze der Zeit und dieses Textes mag da noch längst nicht alles gesagt sein.

    LG

    Magnus

  26. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Sil

    Deine Riposte auf Luzifer-Lux kam eben parallel rein.

  27. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ alle

    Ich habe gerade mal nach oben gerollt und stieß dabei auf die Stelle, wo die – positiv traumatisierende? – Durchdringung des Christentums mit heidnischen Symbolen und Bräuchen (Festkalender) angesprochen wurde.

    Nikolaus, Wiedergeburt des Lichts zur Wintersonnenwende, Weihnachtsbaum, Faselnacht, Osterhase mit Eiern usw. usf.: Weltweit begleiten die heidnischen Symbole aus dem Norden nun die christlichen Riten und Hauptfeiern.

    Man könnte geradezu meinen, dass das Christentum sich mit den Franken übernommen habe, dem Sachsenschlachten.

    Das Volk wurde unter die fremde Religion geworfen, die ihrerseits nur zu obsiegen vermochte, indem sie alles Heilige an sich riss, das sie irgendwie verdauen konnte.

    So stehen nun die Weihnachtsbäume auf der ganzen Welt, und das Ostarafest wird ebenfalls auf der ganzen Welt nach dem lunisolaren alten Kalender als Frühjahrs- und Fruchtbarkeitsfest gefeiert, mit dem peinlichen Beisprengsel, dass Jesus jedes Jahr an einem anderen Tage, allerdings immer einem Freitage (Freya-Tage, also jenem der Venus), nebenher sterben muss.

    Das größte mit Weltanschaulich-Religiösem in Verbindung zu bringende Freiluftfest des germanischen Sprachraums ist meinen Informationen zufolge indes jenes der Walpurgisnacht auf dem Brocken, wo Jung und Alt die Nacht hindurch singen, tanzen, bechern und manches andere auch noch.

    Insgesamt soll es dort jedenfalls entspannter und lustiger zugehen, als auf den Kirchentagen.

    Einem kernigen Heiden reicht ein gutes Bier im Heiligen Hain.

    (Ich bin hier von der reinen Individualpsychologie einmal etwas ins gesellschaftlich-kulturell Überwölbende abgewichen.)

  28. Sil sagt:

    @Magnus

    Nur kurz noch heute von mir:

    “Durchdringung des Christentums mit heidnischen Symbolen und Bräuchen (Festkalender) angesprochen wurde.”

    Was hat denn dieser ganze von Symbolen geprägte Unsinn mit der Lehre von Jesus zu tun? Ich will es Dir sagen: Gar nichts!

    Das Christentum was Ihr immer nur für Euch persönlich erkennen und wahrnehmen wollt, ist das Christentum der kath. Kirche und wie die es verhunzt haben. Ich könnte mir gut vorstellen, dass noch nicht einmal der Papst an seine Wiederauferstehung glaubt. Denn er ist ja hier auf Erden schon der Stellvertreter Gottes bzw. hält sich dafür. Läßt er sich ja sogar “Heiliger Vater” nennen. Das ist aber nichts anderes als Gotteslästerung. Aber wen interessiert es schon, was der Papst als reicher, falschspielender Diener seines speziellen Gottes im Kopf hat?

    “Und wenn es ein Pantheon, ein Walhalla der großen Künstler gibt (wovon ich in gewisser Hinsicht überzeugt bin)…”

    Du bist schon irgendwie lustig Magnus. Dieses Walhalla ist doch nichts anderes, als unter anderem Namen auch der Himmel der Christen. Es würde mich schon sehr interessieren, wie Du Dir dieses Walhalla vorstellst, wo auch Du Dich sicher gerne einmal würdest landen sehen. Denn warum solltest Du sonst so überzeugt davon sein, dass es das gibt?

    Eventuell stellst du Dir den Himmel der Christen bildlich ja so vor, dass da etwas einfältige Nackte durchs Paradies laufen und von Bäumen Äpfel pflücken. Wenn es dem nun nahe kommt, dann fände ich das auch irgendwie schon sehr lustig.

    Denn glaube mir Magnus, es könnte durchaus sein, dass sich Deine Vorstellung vom Walhalla der künstlerisch Schaffenden mit dem deckt, wie ich mir den “Himmel” vorstelle. D.h. wenn wir beide überhaupt dazu in der Lage sind, unsere Vorstellungen von einem jenseitigen Leben (im Geiste ?) in Worte und Bilder fassen zu können. Evtl. ist es auch besser, es einfach später zusammen zu erleben, was meinst Du? Ungläubige und Christen zusammen in einem Himmelswalhalla? Hey, der Name alleine macht schon etwas her, was meinst Du? Und so wie ich Jesus als Sohn Gottes verstanden habe, ist das gar nicht mal so unmöglich. Denn ich habe in letzter Zeit viele mehr alles falsch interpretierende hauptamtliche Christen und diesen gegenüber schon recht viele liebenswerte Ungläubige kennengelernt, dass es entweder schon sehr leer sein müsste im Himmelswalhalla oder brechend voll eben. Ich kann und mag mir jedenfalls keinen Himmel vorstellen, wo nur Amishpeople hausen. Ich meine, es sind wirklich liebe Leute, aber ne, die mit den Freikarten für Events jeglicher Art, haben letztendlich auch nicht immer die besten Plätze im voraus für sich gepachtet. So könnten durchaus die Letzten doch mal die Ersten sein.
    Was Jesus damals erreichen wollte, war einfach, dass sich alle Menschen zusammenraufen und damit aufhören sollen, sich gegenseitig zu bekriegen. Wenn es irre oder idiotisch ist, dass so etwas doch eines Tages möglich sein könnte, ja dann gebe ich Dir Recht, dann war Jesus wahrscheinlich ein Irrer oder ein Idiot, oder aber einfach der am positiv Denkendste von allen Menschen. Leider kämpft er bis heute in geistiger Hinsicht auch gegen Windmühlen an wie der gute Don Quichotte in seinem kleinen Bereich des allumfassenden Geistes.

    Dieses ganze heuchlerische, total verknöcherte, veramishtpeopelte Süßkram- Macht- und Missbrauchschristen- und auch Zionistenjudentum, wie es den Menschen heute immer noch als DIE Wahrheit verkauft wird, mag ich nämlich ebenso wenig wie Du oder andere, wie ich gewahr wurde.

    Ich denke, wir stehen an einer Schwelle, wo mal gehörig mit all solchem Quatsch, unsinnigen Auslegungen und Drohgebärden aufgeräumt werden muss. Die Menschen lassen sich schon viel zu lange vergackeiern. Wenn es einen Gott, ein Geistwesen Gott gibt, dem wir dann auch bestimmt unseren Geist und unsere Fähigkeit zum Denken zu verdanken haben und wovon ich meinerseits überzeugt bin, dann ist unser jetziges Leben hier so etwas wie der positiv traumatisierende Polsprung ins Land des reingeistlichen Wiedererwachens im Künstlerland der schaffenden Götter, die wir nach Psalm 82,6 alle sind. Und dann habe ich zumindest keine Probleme damit, das womit wir schon jetzt denken und wo wir dann später drinnen sind, als DEN Gott anzusehen.

    Was dieser Luzifer-Lux eigentlich von mir wollte, weiß ich echt nicht.

    Einen schönen Abend Euch allen!

  29. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Sil

    Ich freuete mich natürlich sehr, wenn ich dereinst in eine Art Himmel käme, wobei mir die verfügbaren Äpfel (im Wortsinne) weniger wichtig wären, denn dass die dortigen (nackten) Lustwandelnden eben nicht einfältig durch die Gegend liefen.

    Und selbstverständlich hätte ich auch nichts dagegen, wenn ich dort auf Christen träfe, die das obige Kriterium erfüllten.

    Allerdings – da lasse ich mich gerne ein bisschen aufziehen – sehe ich es bisher eher so, dass, wenn überhaupt, zumindest eben Leute wie ein Cervantes in eine Art Himmel kommen sollten, indem sie als Geistwesen überdauern.

    Zunächst ist mir der Himmel auch nicht so wichtig; ich werde ihn, wenn es einen gibt (oder mehrere) wohl kaum schon von hier aus wesentlich verändern oder gestalten können, selbst wenn ich ihn schon kennte.

    Oder eben grade erst recht, indem der Himmel eben doch von den Menschen selbst geschaffen wird.

    Vielleicht kann man in so einen Himmel ja auch als Christ h. c. einziehen, man wird sehen.

    Zunächst gibt es allerdings hienieden auf der Erde jede Menge zu tun; dem Himmel macht es (und mir auch auf ihn) sehr wahrscheinlich nichts aus, noch ein wenig auf mich zu warten, wenn denn da noch ein Plätzchen frei sein sollte.

    Sollten dort allerdings zu viele Einfältigen einziehen, werde ich mich wohl nach einer Alternative umschauen (falls man da auch wieder rauskann oder vorher einen Blick auf die Insassenschaft werfen).

    Zu Luzifer-Lux: Du hast ihm ja schon recht deutlich die Meinung gegeigt bzw. heimgeleuchtet.

    Allerdings hat er, wenn auch ohne Bezug auf das Kernthema, den Finger in manche Wunde gelegt, die bei Dir vielleicht schon geschlossen sein mag.

  30. Luzifer-Lux sagt:

    Es amüsiert mich, ihre Antwort zu lesen.

    Ist mir wohlbekannt, aber Ihnen sicher nicht, warum es zu dieser kleinen Fehde einfach kommen musste und wodurch dann dieses kleine Problem, um das es dabei ging, auch schnell wieder aus der Welt geschafft werden konnte. Aber ich habe auch keine Lust, es ‘Luzifer’ zu erklären.

    Was wollen sie mir nicht erklären? Meine (eine!) Erklärung, die sie auf Grund ihrer Rosinenpickerei wohlweislich ignorierten, müssen sie nicht wiederholen, um mir auf diese Weise etwas erklären zu wollen. Das wäre idiotisch³.
    Was sie als “kleines Problem” bezeichnen, wurde eben nicht mehr aus der Welt geschafft. Das Gegenteil ist der Fall. Es bedeutete die entgültige Spaltung der Urgemeinde. Die Judenchristen um Petrus blieben als christliche Juden unter sich. Frauen konnten weiterhin Ämter innehaben und predigen.
    Paulus hingegen wurde so stark von einer aus Persien stammenden lustfeindlichen Weltsicht angezogen, daß er den Frauen in der Kirche jedes Amt, ja jegliche “Rede” verbat. Gewiss dauerte es noch einige Jahrhunderte, bis sich die paulinische Lehre entgültig durchsetzen konnte. Die weitaus größte Christensekte der Antike, die Arianer, ignorierten die paulinische Lehre.
    Dies geschah in Europa bis ins 13 Jhd. hinein und wuchs analog zur Macht der römischen Kirche. Überzeugen sie sich. Alte erhaltene Gesetzestexte (z.B. Sachsenspiegel) zeugen vom kulturellen Wandel. Bis ins 13 Jhd. existierte kein Zölibat, doch die Kirche in ihrer Gier wusste sich nur durch die Einführung desselbigen vor dem alten germanischen Erbrecht zu schützen. Die Priester durften ihre Ehefrauen behalten, allerdings als Dienstmägde. In dieser Zeit liegt auch die nachweisbare Veränderung vom germanischen Recht aus alter Zeit zum rein römischen Recht aus kirchlicher Interpretation. Fortan wurde das Leben einer Frau beispielsweise (bei den Germanen höher bewertet als das Leben eines Mannes – dies lässt sich wie erwähnt an alten erhalten gebliebenen Gesetzestexten feststellen) geringer bewertet, als der Besitz einer Kuh. Obwohl geringer als eine Kuh bewertet, galten Frau und Vieh als “bewegliche Habe” des Mannes. Die Frau war entgültig von einer “Heiligen” (siehe Tacitus) zur völlig Entrechteten abgewertet worden. Dank dem paulinischen Christentum. Dies führte zu den Hexenverbrennungen (die letzte Hexe starb 1836 in Danzig- also vier Jahre nach Goethes Tod!) bis in die heutige Ungerechtigkeit, daß eine Frau für die selbe Arbeit nicht den selben Lohn erhält.
    Für sie, @Sil, mag das ein “kleines Problem” darstellen. Aber weder wurde dieses “aus der Welt” geschafft, noch ist es mit einer “göttlichen” (zeitlosen) Moral- und Wertvorstellungen vereinbar.

    Was ihre paranoiden Andeutungen betrifft, so sei ihnen gesagt, daß sich Menschen angesichts solcher Typen wie ihnen, zu gerne den Spaß erlauben und dem Christentum feindliche Namen wählen. Dies geschieht aber auch aus einer ablehnenden Überzeugung hinaus.
    Ich habe meinen Nick gewählt, weil das Wort Luzifer gleichbedeutend mit Lichtbringer ist. Das Wort Lux bedeutet Licht.
    Licht ist mit Wissen gleichzusetzen, aber auch mit ErLEUCHTung.
    Bezeichnend für sie, daß sie mit diesen Bedeutungen ihre Schwierigkeiten haben. Das spricht nicht gegen mich, sondern sagt lediglich alles über ihre Geistesverfassung aus.
    Sie sollten sich auch nicht als einzige Religion verstehen. Um das Christentum, selbst in all seinen Facetten, abzulehnen, muss man keineswegs antireligiös eingestellt sein. Es genügt, wenn man über Herz und Verstand verfügt. Wobei zwischen Religion und religiös himmelschreiende Unterschiede bestehen. Das eine ist eine religiös verpackte Ideologie, das andere der reine metaphysische Glaube.
    Weshalb haben sonst die Christen z.B. mit Deisten ihre Schwierigkeit, die so oft in purem Hass und Vernichtungswillen ausartet?
    Die Deisten sind rein spirituell und religiös veranlagte Menschen, wie kein anderer außer ihnen. Doch sie glauben für sich. Für sie ist Galube Privatsache. Weder beanspruchen sie, im Besitz der “Wahrheit” zu sein, noch im “einzig wahren Glauben”. Für sie gibt es Weise und Erleuchtete, doch niemals dulden sie Pfaffentum und Propheten, da sie der Meinung sind, daß jeder in sich Gott trägt (wenn Gott jedes gebet hört, weshalb sollte er nicht dann auch zu jedem sprechen können?) und Gott sich allein durch die allumfassende Natur darstellt.
    Damit ist keine Macht zu erlangen und kein Geld zu verdienen.
    Also verteufelt man die reinste Form der Religiösität.

    “sollten sie sich schleunigst mit den vorchristlichen Denkern Europas und Asiens auseinandersetzen”

    Kein Interesse!

    Das wundert mich nicht. Ihre Angst davor ist nachvollziehbar. Doch, da sie hier thematisch bei meinem Geistesverwandten Nietzsche waren (allein deshalb kommentierte ich ein wenig, da ich es geradezu absurd empfinde, wenn ein Typ wie sie Nietzsche beansprucht), sei ihnen noch mitgeteilt, daß Nietzsche auch dies anders gesehen hatte.
    (Nicht nur) Er war zutiefst davon überzeugt, daß das Christentum uns um die Früchte der Antike gebracht hatte.
    Und zu guter Letzt, das vergaß ich heute vormittag zu erwähnen, hatte Freund Nietzsche in seinem Werk Zarathustra keinen Jesus erwähnt.
    Der Lattenjupp spielt in seinen Visionen überhaupt keine Rolle, da dieses Christentum laut Nietzsche längst der Vergangenheit angehört. Spätestens, wenn der Übermensch sich entwickelt hat, wird nichts mehr an diese Sklavenreligion errinnern, denn Götter sind immer nur so stark und leben nur so lange, solange sich jemand findet, der an ihnen glaubt.

    Um den kleinsten Nenner, was ich allerdings für unmöglich halte, auszuschließen, daß ich etwas in seinem Buch überlesen haben sollte, dürfen sie mir ruhig die genaue Passage mit Seitennachweis nachreichen. :-)

  31. Luzifer-Lux sagt:

    Nachtrag zu: Man verzeihe mir meine Eile.

    …Gesetzestexten feststellen) geringer bewertet, als der Besitz einer Kuh. Obwohl geringer als eine Kuh bewertet, galten Frau und Vieh als “bewegliche Habe” des Mannes. Die Frau war entgültig von einer “Heiligen” (siehe Tacitus) zur völlig Entrechteten abgewertet worden.

    Und dreimal dürfen sie raten, wie die Kirche unter anderem an ihr Vermögen gelangte, für das jeder Deutsche heute noch zahlen muss!!!
    Wer kein Recht auf’s Erbe hatte, konnte auch nichts erben. Und so ging dieses Erbe dann in den Besitz der Kirche über.
    Den Leuten wurde allerdings erzählt, in den Besitz Gottes, da man sich als Stellvertreter eines Gottes betrachtet(e).
    Hierbei liegt bereits die Frage nahe, weshalb die Kirche durch diese Strategie verneint, daß dem “Allmächtigen” ohnehin die gesamte Welt gehört, was ebenfalls von ihr behauptet wird. Wozu benötigt es dann zur Verwaltung göttlichen Besitzes einer (römischen) Kirche?

  32. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Luzifer-Lux

    Zunächst möchte ich Sie ausdrücklich zitieren:

    “Weshalb haben sonst die Christen z.B. mit Deisten ihre Schwierigkeit, die so oft in purem Hass und Vernichtungswillen ausartet?
    Die Deisten sind rein spirituell und religiös veranlagte Menschen, wie kein anderer außer ihnen. Doch sie glauben für sich. Für sie ist Galube Privatsache. Weder beanspruchen sie, im Besitz der “Wahrheit” zu sein, noch im “einzig wahren Glauben”. Für sie gibt es Weise und Erleuchtete, doch niemals dulden sie Pfaffentum und Propheten, da sie der Meinung sind, daß jeder in sich Gott trägt (wenn Gott jedes gebet hört, weshalb sollte er nicht dann auch zu jedem sprechen können?) und Gott sich allein durch die allumfassende Natur darstellt.
    Damit ist keine Macht zu erlangen und kein Geld zu verdienen.
    Also verteufelt man die reinste Form der Religiösität.”

    In diesen Worten ist viel klingendes Spiel; nur, was machen wir mit all den anständigen Christen?

    Ich fürchte, die werden noch viel Balsam brauchen.

    Nebst harter Widerworte im Falle.

    Dazu erbäte ich gerne einmal Rats im konstruktiven Sinne von Ihnen.

    Außerdem interessierte mich Ihre Perspektive auf diesen Strang auch mal außerhalb des Konfessionsstreits.

    Obschon die Einbindung dieses gewichtigen Teilfadens in den Strang unvermeidlich war, ging es doch auch zunächst einmal um die Novelle der unerhört günstigen Wendung, aller erdenklichen Hintergründe und Auswirkungen eben auch, so frei als möglich betrachtbar, multiversal, und eben nicht nur in einem Zwielichte.

    Ein großes Kunstwerk hält sich nicht an so kleinen Leuten wie einem Paulus auf.

    Das hat die Pfaffen natürlich auch immer verteufelt aufgeregt.

    Von deren Niederschlachten unserer alten Schriftkultur und Heilkundigen Frauen will ich nicht mehr reden hier und jetzt, und dem ganzen Rest: Ich will Lösungen.

    Seien Sie milde. Nicht gegenüber den Schweren Jungs. Aber denen, die aus ihrer Christus- oder auch Jesus-inspirierten Vorstellung heraus hochinteressante Gedanken und Beobachtungen ableiten (ein paar solche fanden sich hier schon ein), ist doch nicht ernstlich jede Debattefähigkeit zu bestreiten?

    Scheinen wir hier bei all unseren Scharmützeln doch nicht an einem Strange zu ziehen, der aus verschiedenen Seilen geflochten?

    Wir wollen doch tiefer gründen, sonst wären wir nicht hier.

  33. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Luzifer-Lux

    Fällt mir noch ein, dass Nietzsche Jesus im Zarathustra doch erwähnt hat. “Noch kannte er nur die Tränen…jener Hebräer Jesus…” oder so ähnlich sollte es allda stehen. Sagt mein trügliches Gedächtnis.

  34. Magnus Wolf Göller sagt:

    Aphorismus zur Nacht. Liebet die Steine groß und klein: hinter allen könnte ein Christ kauern.

    (Der endlich mal seine Traumatisierung erpositivieren könnte)

  35. Sil sagt:

    @Magnus

    “(wenn Gott jedes gebet hört, weshalb sollte er nicht dann auch zu jedem sprechen können?)”

    Warum hast Du das denn in Klammern gesetzt? Er spricht ja zu jedem, denn er IST IN JEDEM. Nur die Fähigkeit des Zuhörens ist wie es offensichtlich aussieht, noch lange nicht jedem gegeben oder Gott WILL, dass es einfach so ist. So steht es zumindest in der Bibel. Denn warum sonst der Spruch: “Wer Ohren hat, der höre”? Klar hat jeder Ohren, aber nicht jedermanns Geist ist auch auf den betreffenden Sender eingestellt, um Gottes Stimme empfangen zu können. Eine etwas seltsame Sache ist das schon.

    Aber ob ein doppelter Scheinwerfer (Luzifer=Lichtträger-Lux=das Licht) den Geist wirklich mehr erhellen kann, als ein Licht, das einfach da und überall ist, das sollte meines Erachtens schon eine Überlegung wert sein.

    Wie wollt Ihr zu einem Ergebnis kommen in der Sache “Positive Traumatisierung”, wenn Ihr es ablehnt Euch eingehend mit Eurem eigenen Geist und seiner Verbindung mit dem All (-mächtigen) zu befassen? So wie jetzt bleiben viele gute Gedanken nichts weiter, als im Rohr stecken und alles wird wieder einmal zuletzt nichts anderes sein, als ein Tropfen auf den heißen Stein.
    Um alles zu ergründen, muss es auch erlaubt sein, über alles offen zu sprechen, ohne dass eine Seite von der anderen schlecht gemacht, lächerlich zu machen versucht oder unterdrückt wird. Das ist aber alleine hier im Forum schon nicht der Fall. So wie Don Quichotte zu einem Verrückten erklärt worden ist, geht es anscheinend allen, denen andere nicht fähig sind im Geiste zu folgen. Aber gerade das nicht folgen können im Geiste, so dachte ich, mache die positive Traumatisierung aus. Das wir nämlich zusammen DAS ergründen, wo andere sonst geistig nicht hinkommen. Aber ich habe mich anscheinend was das betrifft, leider doch geirrt.
    Gut, es war vielleicht ein Fehler von mir, in diesem Fall hier Jesus ins Spiel zu bringen. Aber eben nur aus der Sicht von anderen und nicht aus meiner Sicht.
    Wenn ein Christ – es gibt aber eine bessere Bezeichnung für jene die Jesus zu folgen bereit sind – seine Traumatisierung noch “erpositivieren” müsste, dann wäre er/sie keiner. Und von denen, die es nicht sind, gibt es Massen. Willkommen in unserer materiellen Welt, die sich von einem Luzifer, was mit der Sonne gleichgesetzt wird, meint gut erleuchtet zu sein und doch in Finsternis wandelt und nichts versteht.

    “Luziferianismus ist die Anbetung von Luzifer als Gottheit. Der Name „Luzifer“ kommt von der Übersetzung aus Jesaja Kapitel 14 und heißt wörtlich „heller, leuchtender Stern“ oder „Morgenstern“.”

    Die Katholiken sind Sonnenanbeter, die Maya waren es, die Ägypter auch. Bis heute hat sich daran also nichts geändert. Man hat dies ins Christentum übernommen und niemand oder kaum jemand scheint es zu hinterfragen. So wie vieles nicht hinterfragt wird. Dabei ist, wenn man das ganze All betrachtet, die Fixierung des Geistes auf einen Himmelkörper wie es die Sonne ist, als den Gott (den Allmächtigen), sehr naiv gedacht. Aber ich sage ja immer zu anderen, dass wir uns auch heutzutage immer noch wie im tiefsten Mittelalter befinden. Wer sich dabei von der fortgeschrittenen Technik täuschen lassen will, der kann das ja tun. So aber werden die Menschen ihr Trauma, das sie sich gegenseitig immer wieder gerne verabreichen, nie los werden.

    Für mich bin ich hier nun im Forum an einen Punkt angelangt, wo ich zu mir sagen muss: Lass es, es lohnt sich nicht. Die Mühe ist es anscheinend doch nicht wert. Ist schon sehr schade, da ich schon meinte, es hier mit sehr intelligenten Menschen zu tun zu haben. Im zweiten Teil von Don Quichotte, kehrte Cervantes ja auch lieber wieder in das altbekannte, altbackene Schema zurück, so wie es die Menschheit insgesamt schon seit ein paar Jahrtausenden macht. Sehr, sehr schade!

    Was Aphorismen betrifft Magnus….

    “Aphorismus zur Nacht. Liebet die Steine groß und klein: hinter allen könnte ein Christ kauern.”

    ….das kannst Du aber viel besser.

    Lebet wohl in Eurem kleinen Lux,

    Sil

  36. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Sil

    Ich habe die obige Klammer nicht gesetzt, sondern unverändert im Zitat des Luzifer-Lux übernommen.

    Ich gebe noch eines zu bedenken: Man kann als Christ nicht erwarten, dass man nicht mit der Historie wie dem immer noch traurigen Jetzt konfrontiert werde.

    Und noch weniger, dass einem die anderen folgen, weil man den christlichen Glauben in sich möglicherweise verfeinert hat, transzendiert hat, besser erläutern kann, als andere.

    Ich könnte ja auch überall mit einem Schade, schade von dannen traben, wo jemand das Gewicht des kosmologischen Runenkalenders nicht so einschätzen mag, wie ich.

    Wenn da auch nur kein beißender Spott, kein Gegeifer, auch kein dummes Nazigeschrei, dann kann ich vielerorten schon sehr zufrieden sein.

    Und selbst wenn die Leute nicht einmal bereit, sich ansatzweise damit zu beschäftigen, mancher in völliger Unkenntnis Kotkübel ausgießt, bin ich gut beraten, Contenance zu bewahren und mich auch nicht übermäßig zu wundern oder gar echauffieren.

    Schau Dir mal die andere Seite der Medaille an.

    Gnadenlose Unterdrückung bis heute.

    In Kindergärten, Schulen, Medien, Politik, überall.

    Wenn sich dann ein noch so vergeistigter und wohlwollender Christ sogleich in die Brust wirft, wie gemein die anderen zu ihm seien und was für Tölpel (wenn nicht gefährliche Tölpel) die anderen, sich schon wegen eines Spaßes, kleinen Spottes oder auch ernsthaften Widerwortes mit Hinweis auf die bisherigen Leistungen des Christentums gar fürchterlich unterdrückt sieht…

    Man kennt das zwar, aber es fällt doch schwer, dazu ernsthaftes Mitleiden aufzubringen, denn es wirkt, wenn man eben auch in anderen Kontexten zu denken gelernt hat und denkt, etwas komisch bis grotesk, und man fragt sich natürlich auch, ob dies pädagogisch sinnvoll sei.

    Vielleicht kannst Du hier ja noch etwas über das Nichtchristsein lernen, was Du selbst im Christbleiben nochmal brauchen kannst.

    Ich kenne übrigens wenigstens einen Christen sehr gut, der sich mit der Runenkunde sehr intensiv beschäftigt hat und den Runenkalender und die runische Kosmologie als voll gültig in sein Christentum inkorporiert hat.

    Der hatte allerdings auch noch nie Angst davor, sich mal anzuschauen, was die Heiden so draufhaben; und wenn wir über den Christusgeist diskutieren, so entspannt sich mitunter durchaus auch ausführliche Gegenrede, wobei gerade jetzt auffällt, dass etwaige Diskrepanzen merkwürdigerweise nie entlang “Der Runengrenze” auftauchen.

    Die Dinge können noch ganz anders sein als anders.

    LG

    Magnus

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