Von den Drei Guten

Nachdem man mir inzwischen klargemacht hat, dass Friedrich Nietzsche mangels Systematik kein echter Philosoph gewesen sei, also lediglich ein mehr oder weniger unterhaltsamer prosaischer Schwätzer, muss ich selbst umso weniger mit meiner noch weitaus bescheidneren Untauglichkeit hinterm Berge halten.

Bitte lesen Sie also den folgenden Text nur wenn Sie volljährig sind und bei bester Gesundheit.

“Die Drei Guten”, hiemit Judentum, Christentum und Islam, sind zweifelsohne saugut; die Christen hungen nur etwa ein bisschen über tausend Jahre lang jeden auf, der ihnen nicht folgen wollte, oder verbrannten ihn hygienischererweise gleich; seit etwa hundert Jahren sind sie in Deutschland ganz nett, das heißt, sie beschränken sich darauf, nichtchristliche Kinder und deren Eltern spätestens ab dem Kindergarten halbwegs gemäßigt zu diskriminieren, regelhaft natürlich nur, wenn man das selbstverschuldete Pech hat, weder in Berlin zu leben, noch Jude oder Moslem zu sein, denn solch andere Edle der Drei Guten diskriminiert ein anständiger Christ selbstredend nicht.

Wesentlich großzügiger ist da das Judentum; wenn man keine Schulden hat, reich ist, kein Deutscher und ebenfalls ganz zufällig weder Palästinenser, Syrer, Perser oder so, dabei gepflegt den Rand hält, bekommt man als Goy keinerlei Probleme.

Der Islam hinwiederum ist die intelligenteste, entwickeltste Religion der Drei Guten: Wer frech wird, der wird einfach von einem Gotteskrieger umgebracht, ohne dass man dafür einen Mossad oder eine CIA extra noch ausbilden und bezahlen müsste.

Das Christentum ist so gesehen einfach erschlafft, heruntergekommen, Jugendliche würden sagen behindert oder auch einfach abgefackt; gleichzeitig steht das Judentum fast wie ewig, hat aber große Probleme mit der zeitlosen religiösen Modernität des Islam.

Die Kräfteverhältnisse, was das Verteilen von Maulkörben anlangt zumindest, habe ich hier schon früher beschrieben: Das Christentum zu verhöhnen ist straffrei, sozusagen Kunst, kann sogar zu Kulturtoleranzpreisen führen, wofern man links und schwul und lesbisch und hiemit intellektuell genug dafür ist; das Judentum zu verhöhnen, das führt einen vor den Staatsanwalt; den Islam zu verhöhnen, das führt einen in die unehrenhafte Entlassung ins Grab.

Wenn ich Jude wäre, hätte ich mit dieser relativen Angstverteilung inzwischen schon ein Problem; der “Musel” wirkt irgendwie überzeugender; abgesehen davon verfügt er auch noch über mehr Leute.

Wäre ich Christ, so überlegte ich mir inzwischen wohl, wozu eigentlich noch, den Juden wie den Muselmännern in jeder Hinsicht so eindeutig unterlegen.

Heidnische Kinder und deren alleinerziehende Väter ein bisschen Herunterdiskriminieren, das kann ja wohl nicht so ganz der rechte, befriedigende, nathaneske Toleranztrick sein, wenn einem nebenher die anderen Beiden Guten auf den Kopf spucken, alswie gerade lustig.

Man sollte als Christ also Jude oder Moslem werden, wenn man wieder ernsthaft ins Spiel kommen will.

Da Jude werden aber ziemlich anstrengend ist, ein umfässliches Studium nebst einer ernsthaften Prüfung voraussetzt, ist es zumindest für den plebeiischen Christen zielführender, Moslem zu werden, denn das schafft jeder Simpel garantiert auf einen Streich.

Und zumal als Mann, der ein unheidnisches Frauenbild pflegt, ist die Aussicht, die eigenen Weiber glaubensgemäß verprügeln zu können, wenn sie nicht gut tun, nicht wenig verlockend.

Jude sein ist demgegenüber in der Tat ziemlich anstrengend und stressig; die eigene Gemeinschaft erwartet in der Regel von einem, dass man etwas lernt und nicht etwa Dauerhartzi wird; der Zipfel muss verschnitten werden, und man darf dafür seine Frau nicht einmal unbedingt verprügeln; Steinigungen sind ziemlich out; bei Vielen ist man ohnedies schlecht gelitten; man darf keinen Käs’ mit Fleisch essen; als Trostpflaster darf man sich gerademal besaufen.

In der Zwischenzeit habe ich mir schonmal überlegt, ob ich Christ werden solle, einfach mal so zum Test und als Trick.

Das bekäme zwar meinem diesem Blog nicht so besonders gut, hätte aber unbestreitbare andere Vorteile.

Beispielsweise könnte ich mich jeden Tag daran erfreuen, ganz legal immer noch eine Vorhaut zu haben und trotzdem ein nathanisch korrekter Abrahamit der Drei Guten sein zu können.

Das ganze bei Schweinshaxe, Bier und Obstler bis zum Abwinken.

Ich bleibe daher dabei: Christ ist zwar die feigste, aber doch die angenehmste Lösung.

Man darf sogar geschiedene linksliberale lesbische Bischöfinnen vögeln, heutzutage.

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